Völkischer Orden hat sich in Herberge in Bergsulza eingenistet

Bergsulza. Eine als rassistisch und antisemitisch eingestufte Armanenschaft hat sich als "Burgenverein" in Bergsulza eingenistet. Herbergsvater Detlef Rost: Kenntnis über einen rechtsextremen Hintergrund hätte zum sofortigen Hausverbot geführt. Vermutlich ein trojanischen Pferd hat die

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Bergsulza. Eine als rassistisch und antisemitisch eingestufte Armanenschaft hat sich als "Burgenverein" in Bergsulza eingenistet. Herbergsvater Detlef Rost: Kenntnis über einen rechtsextremen Hintergrund hätte zum sofortigen Hausverbot geführt.

Vermutlich ein trojanischen Pferd hat die Jugendherberge Bergsulza eingelassen, als sie am zweiten Novemberwochenende einen "Burgenverein" aus Berlin beherbergte. Möglicherweise segelte hier unter falscher Flagge der Armanen-Orden ein, eine streng geschlossene Gemeinschaft, die unter dem Deckmantel der Religion völkische, rassistische und antisemitische Lehren predigt.

Dass es sich dabei tatsächlich um den Armanen-Orden handele, der in Bad Sulza sein "Herbst-Thing" abhielt - einschließlich Runenübungen, Volkstänzen und diversen Fachvorträgen -, schreibt der Fachjournalist Kai Budler mit Verweis auf interne Informationen. Unterzeichner der Einladung ist Adolf Schleipfer, sogenannter "Großmeister" des Armanen-Ordens. Nachdem Kai Budler einen entsprechenden Text beim Informationsdienst "Blick nach Rechts" veröffentlichte, bekam der Bergsulzaer Herbergsvater Detlef Rost sogar Besuch von Ermittlern der Polizei.

Gegenüber TA sagte Rost, dass er in diesem Fall keine Chance gehabt habe, einen "Trojaner" zu erkennen. Denn der anmeldende Verein sei legitimiertes Mitglied im Jugendherbergsverband - bei der Anmeldung (übrigens durch Herrn Schleipfer) "wurde unsererseits die Mitgliedschaft abgefragt und konnte nachgewiesen werden", sagte er. Dass Adolf Schleipfer geistiger Kopf des Armanen-Ordens ist, war Rost zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Weitere Recherchen gegenüber Gästen seien unüblich und auch nicht gewollt. Schließlich werde die Vereinssatzung vor der Aufnahme von Mitgliedern geprüft, so Rost.

Auch beim Namen Schleipfer habe ihm nichts auffallen müssen. Zwar sind die Thüringer Herbergsleitungen erst im Februar vom Verfassungsschutz für das Thema Rechtsextremismus sensibilisiert worden, aber der Anmeldername war vollkommen unverfänglich.

Detlef Rost selbst hatte am fraglichen Wochenende Dienst in der Jugendherberge. Er habe weder Symbole noch Kleidungsstücke erkennen können, die auf einen rechten Hintergrund schließen ließen, versicherte er gegenüber unserer Zeitung. Anderenfalls hätte das ein umgehendes Hausverbot nach sich gezogen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung distanzierte er sich ausdrücklich von der rechtsextremen Szene und ihrem Gedankengut. Unterm Strich bleibe auch beim ihm eine Sensibilisierung. Er ist sich sicher, dass auch die Geschäftsführung des Thüringer Herbergswerkes sich dem Thema erneut widmen wird.

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