Vogelgrippefälle fordern erhöhte Wachsamkeit auch in Thüringen

Erfurt.  Das Thüringer Gesundheitsministerium und der Bauernverband fordern von Geflügelhaltern regelmäßige Kontrollen und Überprüfung von Sicherheitsmaßnahmen.

Eine Gans wird wegen des Verdachts auf Vogelgrippe im Labor eine Probe entnommen.

Eine Gans wird wegen des Verdachts auf Vogelgrippe im Labor eine Probe entnommen.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat Geflügelhalter dazu aufgefordert, ihre Tiere regelmäßig auf eine Erkrankung mit der Geflügelpest zu kontrollieren. Allein in diesem Jahr habe es bereits 22 Ausbrüche in sechs osteuropäischen Ländern gegeben, teilte das Ministerium am Freitag mit. Betroffen seien Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Tschechien und die Ukraine. Auch Thüringer Halter sollte den Gesundheitszustand ihrer Tiere regelmäßig prüfen. „Bei Krankheitsanzeichen und Auffälligkeiten ist ein Tierarzt hinzuzuziehen“, heißt es in einer Mitteilung.

Anfang vergangener Woche war zudem bei einer Wildgans im südbrandenburgischen Kreis Spree-Neiße das für Menschen bislang als ungefährlich bewertete Vogelgrippevirus (H5N8) nachgewiesen worden.

Vögel, die mit dem H5N8-Virus erkrankt sind, zeigen demnach schwere Krankheitsverläufe. Spaziergänger sollten tote Wildvögel nicht anfassen, Hunde sollten vor allem in der Nähe von Gewässern nur an der Leine geführt werden, empfiehlt das Ministerium.

Bauernverband fordert präventive Überprüfungen

Der Thüringer Bauernverband hatte bereits vor allem Geflügelzüchter mit Freilandhaltung aufgefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen präventiv zu überprüfen. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es während der feucht-kalten Jahreszeit zu Ausbrüchen der anzeigepflichtigen Tierseuche komme, hieß es beim Verband. „Leider ist es fast jedes Jahr das Gleiche“, sagte Verbandssprecher Axel Horn.

In Thüringen gab es 2017 einen größeren Ausbruch des hochansteckenden Virus bei Hausgeflügel. In dem Jahr hatte es auch Erkrankungsfälle im Tierpark in Gotha gegeben. Dutzende Tiere waren getötet worden, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.