Volkshochschule im Kyffhäuserkreis blickt auf 100 Jahre zurück

Kyffhäuserkreis  Die Kreisvolkshochschule ist sich ihrer Verantwortung bewusst und setzt nun auch auf Seminare via Internet.

Der Leiter der Kreisvolkshochschule im Kyffhäuserkreis, Michael Kriese.

Der Leiter der Kreisvolkshochschule im Kyffhäuserkreis, Michael Kriese.

Foto: Christoph Vogel

Seit 100 Jahren gibt es Volkshochschulen in Deutschland. Festgeschrieben in der Weimarer Verfassung wurden sie einst als Instrument einer umfassenden Volksbildung nach dem Ersten Weltkrieg angesehen und aufgebaut. Auch in Thüringen gibt es seit einem Jahrhundert Volkshochschulen, eine davon ist die Volkshochschule des Kyffhäuserkreises mit ihren Standorten in Artern und Sondershausen.

Im Gespräch mit der TA schätzt Leiter Michael Kriese die Rolle der Volkshochschulen ein, hält Rückschau auf das Jahr 2018 und geht auf besondere Angebote in diesem Jahr ein.

„Es gibt in Deutschland rund 1000 Volkshochschulen, die das Weiterbildungsinstrument überhaupt sind“, sagt Michael Kriese, seit 2005 Leiter der Volkshochschule im Kyffhäuserkreis. Auch in Thüringen und im Kyffhäuserkreis seien die Volkshochschulen die entscheidenden Institutionen für die Erwachsenenbildung. Die Volkshochschule im Kreis mit ihren Standorten in Artern und Sondershausen hat ihren Schwerpunkt auf Sprachen und Gesundheitsbildung gelegt. „Besonders in den vergangenen dreieinhalb Jahren haben wir im Bereich Sprachen in Zusammenhang mit dem Flüchtlingsstrom große Arbeit geleistet und uns ordentlich ins Zeug gelegt“, sagt Kriese. Sprachlich hätten die Flüchtlinge nun einen Grundstock. Jetzt aber beginnen auch die Volkshochschulen die kleinteiligere Arbeit, um den Menschen mit gezielter Weiterbildung beim Einstieg in die Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt zu helfen, so der Leiter.

Dafür und auch um das umfassende Kursangebot weiter aufrecht erhalten zu können, sei die Volkshochschule stets auf der Suche nach qualifizierten Dozenten, um auch dem eigenen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Dass die Qualität stimmt, bestätigte der Kreisvolkshochschule jüngst auch wieder das Jenaer „Institut für Weiterbildung, Beratung und Planung im sozialen Bereich“, kurz: „iwis“. Dieses hat die VHS für die nächsten vier Jahre qualitätstestiert. Dieses Testat gilt nun bis zum 21. Dezember 2022 und wurde bereits zum dritten Mal erneuert. „Diese Testierung ist sehr wichtig für uns. Zum einen ist sie gesetzlich vorgeschrieben, damit wir letztlich auch finanzielle Unterstützung bekommen. Zum anderen ist die Abfrage für diese Testierung eine gute Möglichkeit, unsere eigene Arbeit zu reflektieren, auch wenn dafür nicht unerheblicher Aufwand betrieben werden muss“, sagt Kriese. Nun gelte es, daran zu arbeiten, die Qualitätsstandards zu halten und auszubauen. Dazu zähle auch, dass in Zukunft noch mehr kulturelle Kurse angeboten werden sollen. Der Anfang sei unter anderem mit einem Kurs zum Basteln von Schmuck aus Fimo-Knetmasse gemacht. Geplant ist unter anderem auch ein Kurs zum Thema Goldschmieden. Generell sollen die Bürger künftig noch besser befragt werden, um das Angebot auf die tatsächlichen Bedürfnisse ausrichten zu können.

Zudem werde es im Rahmen des Jubiläums im März und Mai hochkarätige kostenlose Vorträge in Artern und Sondershausen geben. Zum einen gibt es einen Vortrag, der die Notwendigkeit einiger Untersuchungen und Operationen hinterfragt. Ein zweiter Vortrag stellt das sogenannte Darknet vor, das nicht nur Tummelplatz für Kriminelle ist, sondern unter anderem auch abhörsichere Postfächer für Whistleblower und investigative Journalisten ermöglicht. Auch wird es wieder ein Sommerfest mit einem Tag der offenen Tür am 20. Juni in Sondershausen und erstmals auch in Artern am 27. Juni geben. In dem in Aussicht gestellten Umzug der Arterner Volkshochschule in die alte Borlachschule sieht Michael Kriese großes Potenzial, da Synergieeffekte genutzt werden können und sich die Bedingungen verbessern würden: „Wenn dort auch Behörden des Kreises untergebracht sind, können wir Besucher gezielt an Ort und Stelle ansprechen. Außerdem renovierte Räumlichkeiten mit ausreichend Tageslicht, das gerade für Kreativkurse sehr wichtig ist.“

Mit dem Zulauf in 2018 zeigt sich Kriese zufrieden. Dieser sei stabil, wenn auch eine leicht sinkende Tendenz auszumachen sei. Dem solle künftig auch mit den sogenannten Webinaren mit Durchführungsgarantie entgegengewirkt werden. Webinare sind Seminare, die über das Internet von ausgesprochenen Fachleuten angeboten werden und schon ab nur einer Anmeldung stattfinden. Ein Besuch der Volkshochschule ist dann nicht mehr zwingend notwendig.

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