Von Kräutern, Gewürzpflanzen bis hin zu essbaren Blüten

Cobstädt  Christian Büschleb eröffnet am Samstag auf dem Lebensgut Cobstädt seine Kräuterinsel

Herr der Kräuter: Christian Büschleb eröffnet am Samstag eine Kräuterinsel. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Herr der Kräuter: Christian Büschleb eröffnet am Samstag eine Kräuterinsel. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Foto: zgt

Wer schönen Schnittlauch ziehen will, so weiß es das Handbuch des deutschen Aberglaubens, muss ihn zuvor entweder erbetteln oder stehlen, sonst wird’s nichts. Jener Schnittlauchstulle, die alles in Gang brachte, muss also durchaus etwas Magisches angehaftet haben.

Eine Scheibe Krustenbrot, dick mit Butter bestrichen und noch dicker mit feinen Schnittlauchröllchen bestreut, ließ jedenfalls Christian Büschleb nicht mehr los. "Das war", gibt er zu, "so etwas wie eine Initialzündung. Seit dem faszinieren mich Pflanzen im Allgemeinen und Kräuter im Besonderen." Und so stand früh vor Augen, ein Beruf in dieser Richtung sollte es sein. Es sollte dennoch eine Weile dauern, ehe Büschleb sich seinen Traum von der Selbstständigkeit als Kräutergärtner erfüllen konnte. Nicht irgendwelcher Widrigkeiten wegen, sondern weil er den Weg dahin gründlich unter die Füße nahm. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Lebensgutes in Cobstädt, einem sozialökologischen Gemeinschaftsprojekt; erlernte den Beruf als Staudengärtner in Holzhausen, holte sich die Fachschulreife, um in Erfurt Gartenbau zu studieren, und eignete sich dazu das Fachwissen als Ernährungswissenschaftler an.

Deswegen ist Büschleb nicht einer, der einfach Kräuter zieht und verkauft, sondern einer, der das Wissen um die Vielfalt von Gewürzpflanzen, Wildkräuter, Stauden-, Gemüse- und Obstraritäten, essbare Blüten, Arznei-, Färber- und Zauberpflanzen den Kunden mit auf den Weg geben will. Wenn seine Kunden Pimpinelle und Schafgarbe mit nach Hause nehmen, die er in Töpfen gezogen hat, dann nicht ohne den Hinweis, dass genau diese Kräuter auch auf Wiesen wachsen. "Das Wissen darüber war früher Allgemeingut, heute ist es weitgehend vergessen."

Am kommenden Samstag eröffnet Christian Büschleb in Cobstädt seine Kräuterinsel mit einem Fest. Rund 300 verschiedene Pflanzen bietet der Gärtner an. Im Fundus findet sich Saatgut für 450 Sorten. Doch das, versichert er, sei längst nicht das Ende der Fahnenstange. Schrittweise werde er sein Angebot um neue Sorten erweitern. Natürlich verkauft der Gärtner an diesem Tag seine Pflanzen, einjährige und Stauden, darunter Exoten wie Zitronenverbene, Aloe Vera oder ausdauerndes Basilikum. Dazu hält er zur Eröffnung Wildkräutersuppe zum Probieren, Tee aus frischen Kräutern und natürlich Schnittlauchbrote bereit. Wer sich rechtzeitig anmeldet, kann ab 11 Uhr an einem Kräuterspaziergang teilnehmen, bei dem nicht nur der Gärtner zu Wort kommt, sondern ebenso eine Heilpraktikerin. Einen Überblick über die Kräutervielfalt vermittelt der Schaugarten.

Später will Christian Büschleb nicht nur in Cobstädt seine Produkte vertreiben, sondern auch auf Märkten vertreten sein. Das, sagt er, müsse sich langsam einspielen. Sicher ist, dass seine Pflanzen zu haben sind, wenn in Cobstädt die Grünschnäbel der Gemüsewerkstatt ihr Sortiment dienstags und freitags im Hofladen anbieten.

Köche aus der gehobenen Gastronomie sind längst auf den Kräutergärtner aufmerksam geworden. Interesse besteht an Wildkräutern, Bundkräutern und an essbaren Blüten. Was er bisher erreicht hat, brauchte keine Kredite. So wie er seinen Pflanzen Zeit zum Wachsen gibt, damit sie widerstandsfähig sind, will Büschleb sein Geschäft betreiben.

Weitere Informationen unter: www.kraeuterinsel.info