Vorfreude auf den Urlaub steigt bei Thüringern

Erfurt/Gera.  Die geplagte Reisebüro-Branche spürt trotz Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie eine bessere Buchungslage. Das zeigen Erfahrungen aus Erfurt und Gera.

Die Thüringer verspüren wieder Lust auf Sonne, Strand, Ruhe und Meer (Symbolbild).

Die Thüringer verspüren wieder Lust auf Sonne, Strand, Ruhe und Meer (Symbolbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

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„Sonne, Strand, Ruhe, Weite, Luft, Freiheit.“ Die Aufzählung ist lang, weshalb Katja Wiederhold voller Vorfreude auf den Familienurlaub blickt. Sie hat ein Ferienhaus an der dänischen Ostseeküste gebucht. Vor einigen Monaten schon. Bald werden die Koffer gepackt, der ersehnte Urlaub ist für die Geschäftsführerin des in Erfurt ansässigen Reisebüros Schäfer und des Lufthansa City Centers damit sehr nahe gerückt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Kollegin Silke Punthöler-Aydin sitzt rund 100 Kilometer weiter weg in Gera, sie plant für Oktober eine Kreuzfahrt mit der Aida – unter anderem nach Dubai und Singapur. Doch während Katja Wiederhold ziemlich sicher sein kann, ans Ziel zu kommen, rechnet Silke Punthöfer-Aydin durchaus mit einer Absage.

Dann könnte sie im eigenen Fall das tun, was sie schon seit Wochen für ihre Kunden im Reisebüro „Air Voyage City Center“ macht: eine Reise, für die bereits eine Anzahlung erfolgt ist, rückabzuwickeln.

„Dieser Vorgang war für unser kleines Team wochenlang die Hauptaufgabe. Dazu Stornierungen und Umbuchungen. Alles ohne Einnahmen“, berichtet Katja Wiederhold, die mit ihren Mitarbeitern ab 1. Juli in den zwei Filialen der Landeshauptstadt wieder die normale Arbeit zu den gewohnten Öffnungszeiten aufnehmen wird. „Wir spüren, dass es langsam aufwärts geht.“ Die Leute hätten Lust auf Urlaub. Doch wohin?

Trotz vorgeschriebener und umgesetzter Hygienekonzepte wäre weiter Unsicherheit vorhanden. Deutschland ist gefragt, Österreich auch, Spanien, Portugal, Italien und Griechenland wecken ebenfalls neues Interesse, genauso die Türkei. Doch dort gilt noch bis zum 31. August eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. „Also können wir im Moment auch nicht empfehlen, eine Reise dahin zu buchen“, sagt Katja Wiederhold.

Und was ist mit jenen, die das schon im Vorjahr getan haben? Die gelernte Reiseverkehrsfrau, die sich ständig über die aktuellsten, aber oft innerhalb weniger Stunden wechselnden Nachrichten in der Tourismusbranche informiert, rät noch zum Abwarten. Sie weiß jedoch, dass auch da Stornierungen, Rückabwicklungen oder bestenfalls Umbuchungen für sie und die zwölf Mitarbeiter drohen. Reichlich Arbeit also. Und erneut könnten somit die Folgen der Pandemie dazu führen, dass bereits erhaltene Provisionen von Veranstaltern zurückgebucht werden.

Branche wurde mit einer heftigenund langfristigen Wucht getroffen

Das sei seit März oft passiert. Aber zugleich hätten die letzten Wochen die Kunden vielleicht auch darin bestärkt, dass stationäre Reisebüros gegenüber anonymen Call-Centern und Internet-Anbietern einige Vorteile bieten. „Sie machen jedenfalls viel Mut, versichern uns, treu zu bleiben.“

Für den Kunden immer da zu sein, das treibt ebenfalls Silke Punthöler-Aydin an. „Ich hätte in den vergangenen Wochen auch auf der Couch sitzen können und dann genauso viel verdient wie jetzt.“ Nämlich nichts. Doch trotz des Verlustgeschäfts hat sie – wie Schäfer in Erfurt – den Service der Erreichbarkeit im Büro angeboten. Das war im April so und ist erst recht jetzt in den Sommermonaten der Fall. Sie arbeitet 43 Jahre im Reisebereich, seit 1992 in Gera.

„Das ist die schlimmste Zeit und wir haben ja schon manches an bösen Überraschungen erlebt.“ Krisenerprobung gab es bei 09/11, Aschewolke, Arabischer Frühling und verschiedenen Airlinepleiten. Doch dieses Corona-Virus treffe die Branche mit einer unerwarteten, heftigen, langfristigen Wucht. Eine, die die Existenz bedroht. Deshalb hat Silke Punthöler-Aydin in Gera sogar schon Demonstrationen organisiert, um auch die Politik dringlich auf die missliche Lage hinzuweisen. Das Geld der Soforthilfe würde nicht reichen.

Zumal die Aussichten nach dem wochenlangen Totalausfall des Umsatzes noch trüb sind. Etwas Sonne im Dunkel wäre zwar sichtbar, „doch man kann immer noch schlecht raten und planen, selbst über 2020 hinaus“. sagt Silke Punthöfer-Aydin. Flugreisen wären bei ihr nach wie vor kaum gefragt, noch weniger Kreuzfahrten. Schon eher Aufenthalte in Deutschland oder Fluss-Touren.

Katja Widerhold blickt derweil durchaus optimistisch nach vorn. „Ich denke, das Schwierigste ist überstanden.“ Sie beschreibt die jetzige Zeit als spannend, die sicher manches verändern wird. „Vielleicht auch zum Guten.“ So könnte demnächst mehr Klasse als Masse gefragt sein, wozu vielleicht auch die Angebote der Mediengruppe Thüringen zählen. Urlaub – vom Planen bis zum Genießen – fasziniert und beschäftigt Katja Wiederhold. Den lässt sie sich jedenfalls nicht vermiesen. Schon gar nicht den eigenen, der bald in Dänemark beginnt.

„Reisejournal on Tour“ heißt nun „Thüringer reisen“

  • Neuer Name, moderner Look – aber weiterhin erstklassiger Service, maximaler Reisekomfort und traumhafte Reisen für jeden Geschmack: Der Reisebereich der Funke-Zeitungen in Thüringen vollzieht pünktlich zu den Sommerferien einen Relaunch. „Thüringer reisen“ ist die neue Premium-Reisemarke der drei Tageszeitungstitel Thüringer Allgemeine (TA), Ostthüringer Zeitung (OTZ) und Thüringische Landeszeitung (TLZ) und löst damit „Reisejournal on Tour“ ab.
  • Die Reiseangebote stehen nicht nur Leserinnen und Lesern, sondern allen Thüringerinnen und Thüringern offen. Sie profitieren von zahlreichen Reisevorteilen und diversen Exklusivleistungen. Ob Kreuzfahrt, Flug-, Zug-, Fluss-, Festtags-, Bus- oder Weltreisen – die Basis aller Angebote sind drei Qualitätskriterien.
  • Regionalität: aus Thüringen für Thüringen – mit Ansprechpartnern direkt vor Ort.
  • Komfort: mit dem Full-Service-Paket – rundum sorglos, ab der Haustür bis zum Schiff, Hotel, etc.
  • Sicherheit: maximales Vertrauen durch das Renommee der drei Zeitungstitel aus Thüringen.
  • „Wir haben die Zeit, in der niemand verreisen konnte, bestens genutzt und unsere Marke und unser Angebot noch konsequenter an die Bedürfnisse der reisefreudigen Thüringer angepasst“, sagt Christin Hössel, Leitung Brand- und Produktmanagement. „Eines bleibt aber unverändert: Wir bieten gleichbleibend guten Service und stehen für Regionalität, Komfort und Sicherheit – das ist Teil unserer Unternehmensidentität.“
  • Die Buchungszentrale ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr telefonisch erreichbar unter 0361 / 227 5617 oder per E-Mail an leserreisen@mediengruppe-thueringen.deReisebüros in der Region bieten ebenfalls Angebote von „Thüringer reisen“ an.
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