Wachstedt setzt Karl Dietrich ein Denkmal

Wachstedt  Urenkel des Komponisten enthüllen die Bronzeskulptur auf dem Friedhof der Eichsfeldgemeinde

Philipp und Julius, die Urenkel von Karl Dietrich, enthüllten die Skulptur.

Philipp und Julius, die Urenkel von Karl Dietrich, enthüllten die Skulptur.

Foto: Gregor Mühlhaus

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Die Wachstedter hatten am Sonntag einen großen Anlass zum Feiern. Einer der bedeutendsten Söhne des Ortes – der Komponist Karl Dietrich – wurde geehrt. So begann der Nachmittag mit einer Andacht mit Konzert in „St. Michael“, in der ausschließlich Werke des vor drei Jahren verstorbenen Komponisten erklangen. Zu Beginn der Andacht erinnerte Pfarrer Carsten Kämpf an den Mann, der „hier geboren und getauft wurde“. Kämpf sagte auch, dass er Karl Dietrich im Jahr 2014 mit einer großen Trauergemeinde in Weimar zu Grabe tragen durfte. Karl Dietrich wäre in der vergangenen Woche 90 Jahre alt geworden. Das nahm die Gemeinde zum Anlass, seiner zu gedenken. So begann das Konzert mit dem Stück „Große Phantasie für Orgel“, das Karl Dietrich im Jahr 1981 schrieb. Das Werk brachte die Organistin Maria Wolfsberger aus Leipzig zu Gehör, bevor die Musikerin den „Psalm 49 über die Vergänglichkeit des Menschen“ spielte. Der von Dietrich im Jahr 1994 geschriebene Psalm reihte sich nahtlos in die Stücke zeitgenössischer ernster Musik ein.

Das Holzbläserquintett unter der Leitung von Reinhard Lauterberg aus Heiligenstadt setzte schließlich den musikalischen Schlusspunkt in der Kirche mit „Klassischen Variationen über Melodie und Motive des Eichsfeld-Liedes“, die Dietrich ebenfalls komponiert hatte. Dabei beeindruckten die fünf Künstler sowohl mit erfrischenden als auch mit ernsten musikalischen Varianten des Liedes.

Anschließend stand auf dem neuen Friedhof in Wachstedt mit der Enthüllung einer vom Künstler Walter Sachs geschaffenen Büste Karl Dietrichs der zweite Teil des feierlichen Gedenknachmittags an. Auch mehrere Gäste aus Weimar-Legefeld, wo Dietrich lange Zeit lebte, waren gekommen. In Weimar wurde in der vergangenen Woche sogar eine Straße nach Dietrich benannt.

Auf dem Friedhof ergriff als Erster Landrat Werner Henning (CDU) das Wort. Es sei erstaunlich, so Henning, wie sehr die innige Beziehung zwischen der Gemeinde Wachstedt zu ihrem Sohn, dem Weimarer Musikprofessor Karl Dietrich, über seinen Tod hinaus „hier auf der Eichsfelder Höh“ gelebt werde.

Seinem Heimatort Wachstedt habe Dietrich immer die Treue gehalten, so Henning. „Der Gemeinderat Wachstedts bekannte sich im Jahr 2007 dazu, Karl Dietrich als einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts zu seinem Ehrenbürger zu erklären“, sagte Henning. Zwei Urenkeln von Karl Dietrich war es schließlich vorbehalten, die Bronzeskulptur, die den Komponisten zeigt, zu enthüllen. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Wachstedt, Leander Lins, sprach von einem Stolz, der ihn erfülle, wenn er an die Begegnungen mit Karl Dietrich zurückdenke.

Der Ortschef erinnerte daran, dass Dietrich auch viele Lieder für den Wachstedter Chor geschrieben habe.

Zum Abschluss sprach mit Marion Baumgarten-Dietrich, eine der beiden Töchter des großen Komponisten. Sie stehe stellvertretend für die Familie Dietrich. „Ich habe fast mein ganzes Leben mit unserem Vater unter einem Dach gelebt“, sagte Marion Baumgarten-Dietrich und fügte hinzu: „So wie sich unser Vater ans Klavier hingezogen fühlte, so zog es ihn auch immer wieder ins Eichsfeld. Dort konnte er sein musikalisches Können voll entfalten. Es macht mich sehr glücklich, dass meinem Vater hier ein Denkmal gesetzt wurde.“

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