Waffenloser Dienst in Ost und West

Heiligenstadt  Wie die katholische Kirche damit umging

„Kirche und Kriegsdienstverweigerung“ ist das Thema des Eichsfeldforums in einem Vortrag mit Podiumsgespräch im Heiligenstädter Marcel-Haus am Donnerstag, 28. März, um 19.30 Uhr.

Mit ihrem Grundgesetz, das vor 70 Jahren in Kraft trat, ermöglichte die Bundesrepublik jungen Männern, aus Glaubens- und Gewissensgründen den Wehrdienst zu verweigern. 1961 wurde bundesweit ein von der Bundeswehr unabhängiger Zivildienst eingeführt. Drei Jahre später (1964) wurde in der DDR die Institution der Bausoldaten als waffenloser Dienst, jedoch innerhalb der NVA, eingerichtet. Die entsprechende Verordnung sah vor, dass „zum Dienst in den Baueinheiten [...] solche Wehrpflichtigen herangezogen [werden], die aus religiösen Anschauungen oder aus ähnlichen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe ablehnen“.

Da jeweils die Berufung auf den Glauben beziehungsweise das Gewissen als Begründung für den waffenlosen Dienst plausibel gemacht werden musste, waren auch die Kirchen gefragt. Sie taten sich mit beiden „Modellen“ schwer. Jörg Seiler, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Katholischen Theologischen Fakultät Erfurt stellt die wesentlichen Grundzüge des Umgangs der katholischen Kirche mit beiden Diensten dar und lädt im Podium ehemalige Kriegsdienstverweigerer oder Bausoldaten dazu ein, über ihre Erfahrungen zu berichten.

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