Wasser, Mode und Musik

Salomonsborn  Salomonsborn feiert Brunnenfest und das 875. Jubiläum der Ersterwähnung. Ausstellung zur Dorfgeschichte

Elin (8) füllt das Fass.

Elin (8) füllt das Fass.

Foto: Holger Wetzel

Wer der Handpumpe auf dem Dorfplatz von Salomonsborn Wasser entlocken will, muss kräftig arbeiten. Groß und Klein machten am Samstag zum Brunnenfest diese Erfahrung: Beim traditionellen Wassertragen galt es, Eimer mit Wasser aus der Pumpe zu füllen und so schnell wie möglich ein Fass zu füllen, das auf der anderen Seite des Dorfplatzes stand.

Der Wettbewerb erinnert an das Brunnenfest von einst: Als die ursprünglich drei öffentlichen Brunnen im Ort noch in täglicher Nutzung waren, wurden sie immer im Juni gereinigt. Anschließend feierten die Salomonsborner die „Born-Fege“. Als Brunnenfest wurde die Tradition 1992 wiederbelebt.

Dieses Jahr hatten die Salomonsborner noch einen weiteren Grund zum Feiern: 1143 als „Salemannesbrunnen“ erstmals erwähnt, feierte der Ortsteil im Westen Erfurts sein 875. Jubiläum. Eine schon eine Woche zuvor eröffnete Ausstellung im Bürgerhaus widmet sich der Ortsgeschichte. „Die Ausstellung ist der Renner – täglich kommen zehn bis 20 Besucher“, erzählte Ortsteilbürgermeisterin Karin Landherr am Samstag. Auch zum Fest standen immer wieder Besucher in der Ausstellung, betrachteten die alten Fotos und Alltagsgegenstände oder erinnerten sich an Familienstränge und Schicksale.

Auch viele Kinder arbeiteten an der Ausstellung mit. Unter Anleitung des Vereins Kinderkiste Marbach-Salomonsborn befragten sie als Dorfdetektive in den vergangenen Monaten ältere Einwohner, wie das Leben bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aussah.

Sie fanden zum Beispiel heraus, dass es einen Kindergarten nur in der Erntezeit gab, die Straßenbeleuchtung 50 Lampen hatte und der Arzt bis 1974 noch mit dem Pferd aus Hochheim kam. „Die Menschen verbrachten ihre Freizeit viel vor der Tür. Man saß bei schönem Wetter einfach draußen und erfuhr so Neuigkeiten von den Nachbarn“, heißt es auf einer Schautafel. Wichtige Neuigkeiten überbrachte allerdings der Dorfbote mit seiner Glocke.

Vielleicht lag es am Jubiläum, dass sich Bürgermeisterin Landherr und der Ortsteilrat auch beim Programm richtig ins Zeug legten. Die Musikschule Erfurt kam gleich mit drei Höhepunkten in den Bergkreis: Die spektakuläre Drum-Show „Rambazamba“ trommelte auf Waschbecken und Mülltonnen, die gerade von einer Ostsee-Tournee zurückgekehrte Gitarrengruppe „Heiße Drähte“ interpretierte Hits der Rock- und Popmusik, und auch die Big Band begeisterte die Besucher. Musikschul-Leiter Frank Beierlein führte durch das Programm.

Eine Modenschau, ein Märchenerzähler und die Drehleiter der Berufsfeuerwehr waren weitere Höhepunkte. Am Abend gab es Tanzmusik live.

Neben der Kinderkiste beteiligten sich auch die anderen Vereine des Dorfes fleißig am Fest. Der Sportverein organisierte das Wassertragen und kümmerte sich genauso um die Verpflegung wie die Kirmesgesellschaft und der Kirchenförderverein, der zugleich eine Ausstellung zu Geschichte und Sanierung des Gotteshauses in der Kirche präsentierte.

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