Wo die Meerjungfrau grüßt

Sömmerda  In einer Kunst-Projektwoche gestalten Neuntklässler der Einstein-Schule die Eingangsportale auf der Hofseite. Nächstes Schuljahr geht es weiter

Carl, Charly, Simon, Justin und Vivian gestalteten mit Michael Fischer und Sibylle Mania zwei Schuleingänge. Der dritte soll im nächsten Schuljahr folgen.

Foto: Ina Renke

Grauer Beton, bei Architekten beliebt, taugt an Schulen nicht so sehr. Wo könnte man ihn aufhübschen? Kulturagenten sind umtriebige Menschen, die für diese Frage immer eine Lösung parat haben. Nach der farblichen Gestaltung der Pausenhalle, der Turnhalle und der Schulflure widmete sich in dieser Woche Kulturagentin Dorothee Bucher wieder einem Kunstprojekt, diesmal mit den Schülern der Klasse 9b. Passend zum Namen der Staatlichen Gemeinschaftsschule „Albert Einstein“ unter dem Thema „Einstein liebt BetonMöbel und SchulhofLeinwand“.

Für die Projektwoche holte sich Bucher die bildende Künstlerin Sibylle Mania aus Weimar und Fliesenleger-Meister Michael Fischer – er ist Projektleiter der „Schatzinsel“ beim Netzwerk Regenbogen – mit ins Boot. Die Schüler entwarfen und gestalteten Wächterfiguren für die Eingangsportale des Schulhauses und setzten diese in Mosaiktechnik um. „Eigentlich war etwas anderes geplant. Aus dem Material haben wir das Beste gemacht“, erzählt die Kulturagentin. Schulleiterin Carola Hirschfeld nickt: „Ich bin total begeistert, wie schön es geworden ist.“ Die Künstler hatten um jeden Zentimeter der grauen Fläche gerungen. Für die Wächterfiguren – die Mädchen entschieden sich für eine Meerjungfrau, die Jungen für einen Star Wars-Helden – wurden farbige Fliesen zerschlagen, entgratet und zu einem Mosaikbild zusammengefügt. „Ich male nicht gern, hab ich zu Anfang gesagt. Aber dann hat es richtig Spaß gemacht“, ist Charly begeistert. Er sei kreativ geworden und habe eine Idee für die Betonsitzbänke entwickelt. „Eine Limousine mit Nummernschild soll es sein.“

Außerdem experimentierten die Akteure mit unterschiedlichen Malmitteln. Fluoreszierende Farbe, Kreidespray und inversible Mittel zur Abstoßung von Feuchtigkeit kamen für freie Malerei und Schablonen-Graffiti auf dem Schulhof und an Sitzelementen zum Einsatz. Unter anderem ziert jetzt ein Spruch von Albert Einstein, den man nur bei Regen sehen kann, einen Kanaldeckel: Gott würfelt nicht. Und ein Schlangenkopf ist auf dem Schulhof versteckt.

Die Idee mit Rainworkspray und Kreidespray möchte eventuell die Stadt Sömmerda aufgreifen. Ihr Kulturverantwortlicher Stefan Schmidt könnte sich diese überraschenden Akzente gut zum Thüringentag 2019 vorstellen. Erste Gespräche mit Künstlerin Sibylle Mania und Dorothee Bucher gab es gestern bei der Projektpräsentation.

Zu den Kommentaren