Zehn neue Fotofallen für die Thüringer Wölfin

Erfurt  Der Wolf soll in Thüringen verstärkt beobachtet werden. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt zehn Fotofallen fest installiert. Unterdessen zieht das Thüringer Umweltministerium erstmals den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin in Betracht.

Das erste Foto der Thüringer Wölfin, es entstand am 11. Mai 2014 bei Bittstädt.

Foto: Nabu

Der Wolf soll in Thüringen verstärkt beobachtet werden. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt zehn Fotofallen fest installiert. „Die Kameras überwachen das Gebiet rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf, die genauen Koordinaten stehen bereits fest“, erklärte Silvester Tamás, Wolfsexperte beim Thüringer Naturschutzbund (Nabu).

Ziel des sogenannten Wolfsmonitoring sei es, dem gestiegenen Informationsbedürfnis gerecht zu werden. „Der Wolf ist streng geschützt und wird sich auch in Thüringen dauerhaft ansiedeln, deshalb müssen wir uns mit den Tieren arrangieren“, so Tamás weiter. Der Experte rechnet damit, dass in den kommenden Jahren das erste Rudel im Freistaat heimisch geworden ist und für Nachwuchs sorgt.

Bislang gibt es nur eine Wölfin, die das Ohrdrufer Gelände zu ihrem Revier gewählt hat. In den letzten Monaten sorgte das Tier durch seine zahlreichen Schaf- und Ziegenrisse immer wieder für hitzige Diskussionen.

Die Kamerafallen sollen dort aufgestellt werden, wo es wenige Wanderer gibt, insbesondere auch an Wildwechselkreuzungen. „Hinweisschilder an den Hauptwegen werden Besucher auf die Überwachung hinweisen“, sagte Tamás mit Blick auf den Datenschutz.

Zwischen 150 und 300 Euro kostet eine solche Kamera, die mit einem Kabelschloss gesichert ist. Alle zwei Wochen wird die Speicherkarte ausgelesen. Parallel zur Daten- und Fotosammlung des Nabu wird ein Netzwerk aus Jägern, Förstern und Naturschützern aufgebaut.

Unterdessen zieht das Thüringer Umweltministerium erstmals den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin in Betracht. Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller (Grüne) sagte MDR Thüringen, dass auch die neuen Schutzzäune offenbar nicht ausreichen. Sollte die Wölfin diese noch mehrmals überwinden, will Möller sie zum Abschuss freigeben lassen.

Nabu: Thüringen braucht eine Kompetenzstelle für den Wolf

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