Zehn Stunden Kampf um Akilis Leben: Elefantenkuh stirbt in Erfurt

Erfurt. Elefantendame Akili aus dem Erfurter Zoo musste eingeschläfert werden. Diese Nachricht erreichte unsere Zeitung am Freitagabend. Bereits seit dem Morgen war die Feuerwehr im Dauereinsatz, um dem Tier auf die Beine zu helfen.

Der schon sichtlich von Schwäche gezeichneten Elefantenkuh Akili konnten auch Gurte an einem Kran am Freitagnachmittag nicht mehr auf die Beine helfen. Seit der vorhergehenden Nacht lag das Tier teilnahmslos in seiner Box und musste am Abend eingeschläfert werden. Foto: Stadtverwaltung

Der schon sichtlich von Schwäche gezeichneten Elefantenkuh Akili konnten auch Gurte an einem Kran am Freitagnachmittag nicht mehr auf die Beine helfen. Seit der vorhergehenden Nacht lag das Tier teilnahmslos in seiner Box und musste am Abend eingeschläfert werden. Foto: Stadtverwaltung

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Die junge Elefantenkuh Akili ist Freitag gegen 18.30 Uhr im Thüringer Zoopark gestorben. "Es war für den Zoo ein Freitag der 13. wie er schlimmer kaum vorstellbar ist", schickte Zoodirektor Thomas Kölpin seiner Mitteilung über den Todesfall voraus. Nicht nur für den Erfurter Tierpark sei der Verlust tragisch. Er werfe auch die Zuchtpläne auf europäischer Ebene weit zurück, verdeutlichte er die Folgen von Akilis plötzlichem Tod. Dessen Ursache sein noch völlig unklar. Der Elefantenkörper wurde noch am Abend zur pathologischen Untersuchung in die Landesanstalt für Veterinärmedizin in Bad Langensalza transportiert.

Drei Tierärzte hatten gegen Abend gemeinsam beschlossen, das Tier einzuschläfern. Vergeblich hatten neben Zootierärztin Christiana Hensel auch ihr Amtsvorgänger und der Erfurter Amtstierarzt mehr als zehn Stunden lang um das Leben Akili gekämpft. "Da dem Elefanten die Kraft fehlte, auf eigenen Beinen zu stehen, wäre das Tier mit Sicherheit innerhalb der nächsten Stunden verstorben", erklärte Zoodirektor Kölpin.

Bei einem Elefanten führe langes Liegen zu lebensbedrohlichen Kreislaufzuständen. Durch das Eigengewicht wachse der Druck auf die Lungen so sehr, dass schnell Atemstillstand eintrete. Diese Qual sollte Akili erspart bleiben.

Sorge um die Elefantendame beherrschte Freitag den Thüringer Zoopark bereits den ganzen Tag über. Das Tier schaffte es seit dem Morgen nicht, sich aus eigener Kraft zu erheben. "Die Druckstellen am Körper lassen darauf schließen, dass der Elefant schon während der Nacht mindestens acht Stunden lang gelegen hat", erklärte Kölpin. Zwar schlafen Elefanten auch im Liegen, aber normalerweise nicht über so lange Zeiträume.

Am Abend sei das Tier noch vollkommen normal erschienen, habe gefressen und sich auch zu den anderen beiden Tieren, seiner Schwester Chupa und Elefantendame Safari gesellt. Weil Elefanten untereinander enge Verbindungen aufbauen, bekamen die verbleibenden Tiere nach Akilis Tod noch Gelegenheit, sich von der Gefährtin zu verabschieden.

Chupa und ihre ältere Schwester Akili waren erst Mitte Oktober aus dem Safaripark im südfranzösischen Sigean nach Erfurt gekommen. Hier sollten die beiden für Nachwuchs bei den afrikanischen Elefanten sorgen. Nun allerdings erlebte Akili weder den Umzug in das neue Elefantenhaus, das ab Mitte 2014 ideale Bedingungen für die Zucht bieten soll. Noch lernte die junge Elefantenkuh den Bullen kennen, der im kommenden Jahr die kleine Herde komplett machen soll. Nun ruhen die Hoffnungen für eine erfolgreiche Elefantenzucht in Erfurt allein auf Chupa und dem erwarteten Bullen aus Spanien.

Beim Kampf um das Leben von Akili wurden die Zoomitarbeiter von der Erfurter Berufsfeuerwehr unterstützt. Mit aufblasbaren Hebekissen, einer Seilwinde und schließlich einem Kran versuchten Zoomitarbeiter und Feuerwehrleute über Stunden, dem tonnenschweren Tier auf die Beine zu helfen.

Lediglich in eine Sitzposition war die Elefantendame mit Hilfe von Bauchgurten und einer Seilwinde gewuchtet worden, als die Hebeaktion gegen Mittag unterbrochen wurde. Mit breiteren Gurten, die dem Tier weniger ins Fleisch schnitten, wurden die Versuche später wiederholt, wie von Stadtsprecherin Inga Hettstedt zu erfahren war.

Gewebebänder zum Bergen von Lastern, die der ADAC herankarren ließ, um den Elefanten zu heben, erwiesen sich als zu lang. Sie ließen sich unter dem Dach des Elefantenhauses an Seilwinden nicht spannen. Am Nachmittag kam deshalb ein Kran zum Einsatz. Damit dessen Arm ins Innere des Dickhäuter-Domizils gelangen konnte, wurden Fenster ausgebaut.

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