Zughafen als Kulturmeile

Erfurt  Vereinbarung mit Stadt und Land vor der Unterzeichnung. Firmen investierten bereits auf Risiko

Andreas Bausewein durfte sich unter Aufsicht von Braumeister Jan Schlennstedt in der Heimathafen-Brauerei ein Bier abfüllen und verkorken.

Andreas Bausewein durfte sich unter Aufsicht von Braumeister Jan Schlennstedt in der Heimathafen-Brauerei ein Bier abfüllen und verkorken.

Foto: Casjen Carl

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„Dauerhafte Sicherung des Zughafens in der ICE-City Ost“ steht über dem Papier, das Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) gestern als Mitbringsel an den ehemaligen Güterbahnhof brachte.

Es ist die schriftliche Sicherheit, auf die die Akteure des Kreativzentrums lange gewartet haben. An Norbert Hennig, Geschäftsführer der Zughafen Kulturbahnhof GmbH sei es nun, den Inhalt noch einmal zu prüfen. Am 19. April werde dann, so die Terminpläne zusammenpassen, die Vereinbarung unterschrieben werden. Von ihm, dem Oberbürgermeister sowie von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), denn auch das Land will mit absichern, dass der Zughafen Bestand hat und ausnahmslos Akteuren der Kreativwirtschaft Raum bietet. Das heißt, die Stadt kauft das Terrain und sichert es. Mit der Option, es später an den Zughafen weiter zu veräußern.

Beim Rundgang durch den Zughafen konnte der Oberbürgermeister gestern feststellen, dass den Kreativen dort bereits die Geduld abhanden gekommen ist. „Alle investieren ohne Vertrag auf höchstem Niveau – und mit höchstem Risiko“, beschreibt es Andie Welskop, Zuhafen Mitbegründer. Der Zughafen selbst ist gerade intensiv in der Halle 6 im Gange, die weiter als fester Veranstaltungssaal fit gemacht wird. Elektrische Leitungen werden gelegt und die Brandschutzauflagen umgesetzt. In Kürze werde hier ein kleines Klubformat etabliert und eine Minigastronomie eingerichtet. Auch die anderen Stationen des Rundganges zeigten, dass der Zughafen sich als permanente Größe um Kultur- und Freizeitgeschehen etablieren will. So soll in diesem Jahr ein „Stattstrand“ etabliert werden, Public Viewing zur Fußball-WM angeboten werden und ein Biergarten soll auch stets Leute anlocken.

Dazu passen einige der Mieter bestens. Die Brauerei Heimathafen, die im Aufbau befindliche Destillerie von Thomas Nicolai, der im Whisky selbstredend ein besonders kulturvolles Getränk sieht. Das ist die Art von Umfeld, die auch für Firmen reizvoll ist. So baut „Höhenfaktor“ eine Firmenzentrale mit Trainingszentrum hier auf. Schon lange hier ist Danny Kühn, der mit seinen Mitstreitern das Geschäft mit Merchandising betreibt. So auch für den FC Rot-Weiß und andere Sportvereine der Stadt.

Auch Andie Welskop sieht nun ein Ende der Phase der Unsicherheit. Auch wenn dies sehr spät komme. Erst vor Tagen habe ein Studio seine Sachen gepackt und ist nach Leipzig abgewandert. Freiräume für die Kreativwirtschaft müssten, so Welskop, in Erfurt über den Zughafen hinaus gesichert werden.

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