Zusätzliche Mountainbikerouten sollen illegales Fahren eindämmen

Ilmenau  Ilmenaus Radsportclub will neben Downhill-Strecke neue Wege anlegen. Über eine Studie zum Lindenberg noch nicht entschieden.

Angedacht ist, neben der Mountainbike-Wettkampfbahn zwei entschärfte Abfahrten neu anzulegen, um gemäßigteren Mountainbikefahrern Fahrspaß auf dem Ilmenauer Lindenberg zu verschaffen. Archiv-

Angedacht ist, neben der Mountainbike-Wettkampfbahn zwei entschärfte Abfahrten neu anzulegen, um gemäßigteren Mountainbikefahrern Fahrspaß auf dem Ilmenauer Lindenberg zu verschaffen. Archiv-

Foto: Ingo Herzog

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Noch ist nicht entschieden, ob für den Ilmenauer Lindenberg eine Studie in Auftrag gegeben wird, doch das Geld dafür ist schon einmal im Haushalt eingeplant. 50 000 Euro soll die Expertise kosten – gehofft wird auf Fördermittel in Höhe von 60 Prozent.

Die Studie soll untersuchen, welche Möglichkeiten es für den Freizeitsport auf dem Lindenberg gibt. Bislang bremst die Auftragsvergabe nur noch ein Antrag der Fraktion „Die Linke“, die den Eigenanteil der Stadt von gut 20 000 Euro für die Erstellung der Untersuchung gern direkt in Vorhaben auf dem „Sportplatz des Friedens“ umlenken würde. Darüber muss noch der Stadtrat entscheiden.

Für das Freizeitgelände am Fuß des Wohngebiets „Pörlitzer Höhe“ hatte der Ilmenauer Radsportclub (ILRC) bereits eine Idee: Neben der vorhandenen Skateranlage sollte ein „Pumptrack“ entstehen – eine Wellenbahn für Fahrräder.

Doch Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber (CDU) hat für das Gelände ganz andere Pläne. Seinen Vorstellungen nach könnte der Sportplatz zu einer Freizeitanlage für Trendsportarten umgebaut werden, möglicherweise auch mit Elementen für den Schulsport, der unter freiem Himmel bislang nur im Stadion „Am Hammergrund“ stattfindet. Allerdings hat das Vorhaben seinen Preis: Rund eine halbe Million Euro würde der Umbau kosten – bis dahin ruht das Vorhaben des ILRC.

Der Verein will sich währenddessen dem Lindenberg widmen, wo er bereits die alljährlichen Downhillrennen organisiert. Angedacht ist, neben der Wettkampfbahn zwei entschärfte Abfahrten neu anzulegen, um gemäßigteren Mountainbikefahrern Fahrspaß auf dem Lindenberg zu verschaffen. Im Ausschuss für Kultur und Sport, wo das Vorhaben in dieser Woche vorgestellt wurde, wird die Idee begrüßt. Mit offiziellen Strecken haben die Mitglieder auch die Hoffnung, illegale Mountainbikefahrten durch den Wald einzudämmen. Da es sich um Stadtwald handelt, müssten lediglich Kommune und Forst ihre Zustimmung erteilen – die versicherungsrechtliche Frage hat der ILRC bereits geklärt.

Unterstützung für das Projekt bot Lars Schneider von Rennsteig-Bike an, der eingebunden ist in den Aufbau eines Mountainbike-Parcours am Schneekopf und sich dabei Aspekten des Naturschutz‘ widmet. Denn ganz unproblematisch wird das Vorhaben des ILRC von Naturschützern nicht gesehen. „Wir sehen ein, dass wir die Uhr nicht zurückdrehen können. Wir sollten aber trotzdem die Natur achten“, sagte Frank Kaufmann vom Naturschutzbund. Der Lindenberg sei sensibles Gebiet.

Nichts gegen die Pläne des ILRC hat der Wintersportverein als unmittelbarer Nachbar. „Ich sehe das so, dass hier eine ohnehin vorhandene Sportstätte aufgepeppt werden soll. Vielleicht geht dadurch auch das wilde Fahren zurück“, sagte Wolfgang Teichert, der Abteilungsleiter Alpine im Verein. Er riet dazu, dass die Ilmenauer Einwohner in die Diskussion mit einbezogen werden sollten.

Auf ein Problem wies allerdings Bürgermeister Kay Tischer (SPD) hin: Sollte die Studie zum Lindenberg in Auftrag gegeben werden und aus dem Papier hervorgehen, dass die neuen Strecken womöglich mit anderen Vorhaben kollidieren, müssten die Wege wieder zurückgebaut werden.

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