Weimar-Nord: Noch im November beginnt der Abriss

Weimar  Konsum kündigt Baubeginn für Neubau an. Wegesituation im Westen des Stadtteils derzeit unbefriedigend

Die Asphaltwulst ist ein Gehhindernis und eine Hinterlassenschaft der Kindergarten-Baustelle. Bauherr war die Stadt Weimar.

Die Asphaltwulst ist ein Gehhindernis und eine Hinterlassenschaft der Kindergarten-Baustelle. Bauherr war die Stadt Weimar.

Foto: Michael Baar

Wenig Neues und einige alte Probleme. Mit diesem Eindruck gingen die Teilnehmer der Einwohnerversammlung in Weimar-Nord anschließend ihrer Wege. Denn viele der alten Nordstadt-Themen warten weiter auf ihre Lösung, andere sind hinzu gekommen.

Die Wegführung zur Eisernen Brücke, das Bürgerzentrum, der Verbindungsweg zwischen Allstedter und Bonhoefferstraße sowie die Anbindung des Stadtteils an die Innenstadt – allesamt auf die Zukunft vertagt. Besonders der Weg am Kinderland Bummi erregte indes die Gemüter heftig. Der brauche einen grundhaften Ausbau und sei deshalb teuer. Konsequenz: Er gehört zu den Vorhaben, die keinen Platz im Haushalt fanden.

So mancher würde sich aber zunächst schon freuen, wenn die Asphaltschicht auf Seiten der Allstedter Straße entfernt würde, die dort als Schutz während der Bummi-Bauphase aufgebracht wurde. Eine Frau berichtete über ihre Schwester, die mit dem Rollator derzeit nirgends mehr hinkomme. Über die Allstedter Straße trifft sie auf Baustellen, in Richtung Kindergarten wartet erst die Asphalt-Wulst und dann ein schräg hängender Gehweg. Der Weg vorbei an der alten Kaufhalle endet nach Süden und nach Westen vor Bauzäunen. Und wer es auf der Straße bis an die Marcel-Paul-Straße schafft, dem fehlt seit der Zerstörung des Schaltkastens die Fußgängerampel für ein sicheres Überqueren der Straße zum Supermarkt.

Auf die Frage nach der Reparatur des Verbindungsweges und dem Beseitigen des Schutzasphalts war Tiefbau-Abteilungsleiter Stephan Müller nicht vorbereitet, „weil ja nur der Ausbau auf der Tagesordnung“ gestanden habe und die Reparatur Sache des Kommunalservice sei. Die Fußgängerampel an der Marcel-Paul-Straße wieder herzustellen, brauche wegen Bieter- und Lieferfristen nun einmal viel Zeit. Eine Baustellenampel sei zu teuer, ein provisorischer Zebrastreifen koste mehr Zeit als die endgültige Lösung. Die komme aber noch dieses Jahr.

Wenn der Fachmann passt, sieht auch der Oberbürgermeister schwach aus. Peter Kleine war die Brisanz der Wege offenbar nicht bewusst. Auch eine Lösung für das von seinem Vorgänger versprochene Bürgerzentrum hatte er noch nicht im Gepäck. Er stellte allerdings in Aussicht, den zu schaffenden Pflegestützpunkt in Weimar Nord anzusiedeln. Die Vertreterin der Stiftung Wohnen Plus stellte klar, dass die Textilreinigung vorzeitig ausgezogen ist, um Platz für die Gastronomie zu schaffen. Aber die Stiftung stehe als Annahmestelle für Textilien zur Reinigung wie für Briefpost helfend bereit.

Über den Sachstand zum Konsum-Neubau berichtete Vorstandschefin Sigrid Hebestreit: Aldi, DM und Kik haben langfristige Mietverträge abgeschlossen. Damit steht dem Neubau mit 3800 m² Gewerbeflächen und 7000 m² Wohnflächen nichts mehr im Wege. Der Abriss der Altbauten beginnt noch in diesem Monat. Im neuen Jahr folgt der Tiefbau mit 16 Meter tiefer Pfahlgründung. Derzeit habe man mit Überraschungen im Leitungsnetz unter dem Baufeld zu tun. Deshalb musste ein Stück Gehweg über die Wiese ausgebaut werden.

Der bisherige Aldi-Markt hat nach Kenntnis der Stadt derzeit noch keinen vergleichbaren Nachmieter. Da die Stadt dort keine Investruine haben will, stehe die Wirtschaftsförderung aber helfend bereit.

Weil sich unter diesen Umständen für viele Bewohner der Weg zu den Versorgern verlängert, machte Ortsteilbürgermeister Jan-Peter Wiegand darauf aufmerksam, dass es zumindest benutzbare Gehwege und barrierefreie Bushaltestellen ins Ortsteilzentrum geben müsse. Dazu wusste der Tiefbauabteilungsleiter Rat: Nach den Haltestellen an der Lützendorfer Straße werden Hochborde an der Ettersburger und an der Marcel-Paul-Straße (beidseitig) gesetzt.