Weimars alte Feuerwache geht an den gleichnamigen Verein

Weimar  Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine gibt die Stadtratsentscheidung bekannt, die in nicht-öffentlicher Sitzung fiel. Sechs Monate sind es noch bis zum verbindlichen Kaufvertrag.

Mit diesem Computerbild wirbt der Verein Alte Feuerwache für sein Konzept. Grafik: Felix Raue (2zu1.de)

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Foto: Felix Raue (2zu1.de)

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Das Areal der alten Feuerwache in Weimar soll von einer Bürgerinitiative als Wohn- und Gewerbestandort mit einem öffentlichen Hof entwickelt werden. Die Entscheidung fiel in geschlossener Sitzung des Stadtrates. Nach Information der Beteiligten hat Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (pl.) das Ergebnis öffentlich gemacht: Das Areal an der Erfurter Straße soll samt zweier angrenzender Wohngebäude an der Mozartstraße an den Verein Alte Feuerwache verkauft werden. Damit soll das seit 2006 ungenutzte und verfallende Gelände wieder einer Nutzung zugeführt werden.

Der Stadtrat hatte sich im Vorfeld zu einer Entscheidung nach Konzeptqualität für die Stadtentwicklung in diesem Quartier und nicht nach Höchstgebot entschlossen. Eine erste Ausschreibung war zunächst aufgehoben worden, weil sich mit dem Einsturz einer denkmalgeschützten Halle der Verkehrswert geändert hatte.

Im zweiten Verfahren wurde der Verkehrswert in Höhe von 1,38 Millionen Euro als Verkaufspreis festgesetzt. Vier Angebote bzw. Konzepte gingen ein. Alle Vier standen in geschlossener Sitzung des Stadtrates zur Wahl – der Feuerwache-Verein erhielt bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen. Der anschließende förmliche Ratsbeschluss fiel noch deutlicher aus, sagte der Oberbürgermeister.

„Wir freuen uns sehr über den Zuschlag und sind dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen seitens der Stadträtinnen und Stadträte“, reagierte Feuerwache-Vorstandsfrau Kristin Enderlein auf die Entscheidung. „Wir sind ein öffentliches Projekt und wollen Weimars Bevölkerung in den kommenden Monaten bis zum eigentlichen Kauf und auch während der Bauphase regelmäßig über die Fortschritte informieren.“ Das gelte auch für das Nutzungskonzept, das aktualisiert worden sei. Sie lud interessierte Bürger ein, ihre Ideen einzubringen und sich selbst zu engagieren.

Aus dem Konzept soll in den kommenden sechs Monaten eine mit der Stadt abgestimmte Planung werden, die Investitionshöhen und Zeiträume, die Art der Nutzung und der Finanzierung enthält und verbindlicher Teil des Kaufvertrages wird, sagte am Dienstag der amtierende Leiter der Stadtentwicklung, Bernward Fechtel. Wenn Konzept, Vertrag und Finanzierung stehen, erwirbt die Stadt die zum Areal gehörenden Gebäude der Wohnstätte und bringt sie in den Kaufvertrag ein.

Die Ratsfraktion der Bündnis-Grünen begrüßte durch Fraktionschef Andreas Leps den Zuschlag. Die Vorstandssprecherin Ines Bolle nannte das Vorhaben eine schöne Mischung mit behindertengerechtem Wohnen und Gewerbe, einem Multifunktionssaal, einem Atelierturm und einem öffentlichen Café. Der Verein wolle vergleichsweise günstige Mieten von 6,50 Euro anbieten, so Bolle. „Das wäre ein starkes Beispiel.“

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