Winterwochenende steht ins Haus

Wartburgregion  In den Höhenlagen der Wartburgregion hat es reichlich geschneit. Kaum Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Räumdienste sind gefordert

Pittoresk verschneit und mit Eiswänden zeigt sich die Drachenschlucht, sie ist allerdings aus Sicherheitsgründen für Wanderer gesperrt worden. Foto: Jensen Zlotowicz

Pittoresk verschneit und mit Eiswänden zeigt sich die Drachenschlucht, sie ist allerdings aus Sicherheitsgründen für Wanderer gesperrt worden. Foto: Jensen Zlotowicz

Foto: zgt

Steht auf dem Schild zu Beginn der Straße zur Hainichbaude in Craula: „Straße verweht“, dann sollten Besucher diese Warnung beachten. Denn dann ist die hoch gelegene Piste tatsächlich verweht. So war das am Freitag nach dem ergiebigen Schneefall mit ordentlich Wind in den Höhenlagen. Dass Baudenwirt Steffen Reinz wie jetzt das Schneemobil herausholen und auch mit Gästen eine Runde düsen kann, kommt in 450 Metern Höhe nicht häufig vor.

In den Tieflagen blieb der Schnee bei Temperaturen über Null nicht liegen, waren Straßen und Wege am Nachmittag wieder schwarz, musste nur am Vormittag Schnee geschoben werden. Aber oben, etwa in Ruhla, da ging die winterliche Post ab. An der „Ruhlaer Skihütte“ und darüber hinaus wurden schon am Mittag etwa 20 Zentimeter Neuschnee gemessen, und es schneite weiter. Der Winterdienst in der Bergstadt hatte seit den frühen Morgenstunden alle Hände voll zu tun, und manch ein hoch gelegener Anlieger musste sich etwas in Geduld üben, bis die Räummannschaft an seiner Straße auftauchte.

Tief „Erich“ richtete in der Region so gut wie keine Schäden an. Auch auf den Straßen der Tieflandgemeinden rollte der Verkehr nach kleineren Behinderungen in den Vormittagsstunden reibungslos. Auch Höhenstraßen wie die Gollert wurden gut geräumt. In Ruhla oder Brotterode sah das natürlich anders aus, aber von Chaos keine Spur. Schneeschaufeln gehört in Orten wie diesen ohnehin zur Grundausbildung der Bürger. Torsten Ullmann vom „Hubertushaus“ am Rennsteig nimmt dafür die Pistenraupe.

Während der Schnee in den Tieflagen schmolz, zeigt sich das „Hochland“ auch noch am Wochenende ganz in weiß. Ausflugslokale und Bergbauden wie die Ruhlaer Skihütte, das Schützenhaus oder die Geißen-Alm in Ruhlaer Höhenlagen sind für den Ansturm der Wintersportler und Rodler gewappnet.

Gastronomen sind für den Ansturm gewappnet

Und dieser Sturm wird kommen, prophezeit das Skihütten-Team in freudiger Erwartung. Nächste Woche sind Wirt Thomas Regensburger und seine Mannschaft dann mit 90 Leuten der Region selbst auf der Piste. In Österreich. Bei ihm heißt es: Erst die Arbeit, anschließend das Vergnügen.

In Ruhla werden die Loipen auf der Storchwiese, von Glasbach bis zum Ruhlaer Häuschen und der Loipengarten frisch gespurt sein. Vom Dreiherrenstein ist bis Brotterode gespurt und auch bis zum Inselsberg geht es in der Loipe perfekt weiter.

Die Drachenschlucht bei Eisenach muss aus Sicht des Forstamtes wegen der „Gefahr für Waldbesucher“ bis auf weiteres für den Besucherverkehr gesperrt werden. Freitagvormittag zog ein Forstmitarbeiter das obligatorische rot-weiß-rote Absperrband.

Neben aktuell eingetretenen Sturmschäden und der jetzigen Witterung zwingen auch die Prognosen für die nächsten Tage zur Sperrung, heißt es. Die Stege seien vereist und kaum passierbar. „An den Felswänden bilden sich dicke Eispanzer, die unvermittelt herabstürzen können. Dies stellt ein nicht einschätzbares Risiko für die Wanderer dar“, betonte Revierleiter Stefan Wichmann. Das Forstamt Marksuhl informiert darüber, sobald die Sperrung der Schlucht aufgehoben wird.

Kurz vor der Sperrung haben wir die Drachenschlucht noch einmal komplett begangen und keine größeren Gefahrenstellen ausmachen können. Von vereisten Stegen kann keine Rede sein und die Eisbildung in der Klamm ist im Vergleich zu kälteren Perioden marginal. Was man beim Weg vom Mariental hinauf zur Hohen Sonne aber wunderbar nachvollziehen kann, ist der Wandel des Schnees mit zunehmenden Höhenmetern. Wer die Hohe Sonne erreicht, ist tatsächlich auch „im Winter“ angekommen. Mit etwas Glück ist es an diesem Wochenende erstmals in diesem Winter möglich, von der Hohen Sonne aus auf dem Rennsteig Richtung Ascherbrück und weiter Ski zu fahren. „Es gibt keine Garantie, dass man mit Ski jeden Meter fahren kann“, sagt Revierleiterin Ariane Rudloff. Wer aber den einen oder anderen Kompromiss in Kauf nehme, der werde seine Skifreude haben. Das gelte auch für das Gebiet um den Kissel. Die Försterin weiß, dass hier und da wegen Holzabfuhr etwas geräumt ist. Aber mal ein paar Meter die Ski tragen, sei doch jedem zuzumuten. In den Höhenlagen liege jedenfalls satt Schnee, und es werde noch welcher dazu kommen.

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