Leserbrief: Mehrheit der Eltern will Kinder selbst betreuen

Zum Beitrag "Politiker von Grünen und SPD fordern Aus für das Betreuungsgeld" (TA vom 29. Juli): Die in den letzten Tagen erneut vorgetragene Kritik daran, dass nicht nur das Erziehen fremder, sondern auch eigener Kinder dem Staat eine Förderung wert ist (Experten warnen vor Betreuungsgeld, TA

Zum Beitrag "Politiker von Grünen und SPD fordern Aus für das Betreuungsgeld" (TA vom 29. Juli):

Die in den letzten Tagen erneut vorgetragene Kritik daran, dass nicht nur das Erziehen fremder, sondern auch eigener Kinder dem Staat eine Förderung wert ist ("Experten warnen vor Betreuungsgeld", TA vom 28.07.), beruft sich auf eine Erhebung der Universität Dortmund. Was verschwiegen wird, aber per Online-Recherche schnell zu finden ist: Die Mehrheit (60 Prozent) der befragten Eltern möchte ihre einjährigen, immerhin 35 Prozent ihre zweijährigen Kinder selbst betreuen. Und um diese Altersgruppen geht es beim Betreuungsgeld. Außerdem wird verschwiegen, dass die Erhebung bereits vor der Einführung des Betreuungsgeldes durchgeführt wurde und damit nur eingeschränkt verwertbar ist.

Warum es ein Problem sein soll, dass Menschen mit niedrigerem Bildungsstand durch das Betreuungsgeld eher ihre unter 3-Jährigen selbst betreuen, bleibt schleierhaft. Wollen Frau Taubert, die SPD und die Linkspartei mit ihrer Kritik implizit vermitteln, dass Menschen ohne Abitur schlechtere Eltern seien?

Gerade Kinder unter 3 brauchen in erster Linie eine liebevolle, aufmerksame und konstante Vertrauens- und Bezugsperson, nicht Mathematik- oder Englischstunden, wie es der Begriff "frühkindliche Bildung" vermuten lassen könnte. Betreuungsgeld und Landeserziehungsgeld ermöglichen vielen Eltern erst die freie Wahl und sind wenig gegen die 1000-1200 Euro, mit denen jeder Krippenplatz im Monat staatlich subventioniert wird.

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