Wer macht im „Promi-Wahlkreis“ das Rennen, wenn am 23. Februar die vorgezogene Bundestagswahl stattfindet? Unsere Zeitung stellt die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten für den Wahlkreis 192 Erfurt – Weimar – Weimarer Land II vor. Dazu gehören die beiden kreisfreien Städten und die Landgemeinde Grammetal.

Was können Sie im Bundestag für Ihren Wahlkreis erreichen?

Als gebürtiger Weimarer weiß ich um die Bedeutung Weimars als Kulturstadt. Das Goethe-Nationalmuseum, das Theater oder das Haus der Weimarer Republik müssen nachhaltig unterstützt werden. Das deutsch-israelische Jugendwerk und das Bundesforschungszentrum für nachhaltiges Bauen möchte ich nach Weimar holen. Das Volkshaus, auch für mich ein Ort voller Erinnerungen, muss mithilfe des Bundes wieder als Begegnungsort zugänglich gemacht werden. Als Schulleiter ist mir gute Bildung wichtig. Deswegen möchte ich dafür sorgen, dass die Schulen vom Bund bei der Digitalisierung weiter unterstützt werden.

Was ist das größte Problem in Ihrem Wahlkreis, und wie wollen Sie es lösen?

Die Menschen, auch in unserem Wahlkreis, haben Sorge, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder sich das Leben nicht mehr leisten zu können. Wir müssen die ganz normalen Menschen und vor allem die Familien durch weniger Steuern und mehr Kindergeld oder die Erhöhung der Pendlerpauschale unterstützen. Die Unternehmen vor Ort brauchen eine Befreiung von Bürokratie und finanziellen Belastungen. Deswegen werden wir die Unternehmenssteuern auf 25 Prozent senken und Bürokratie abbauen, indem wir Berichtspflichten abschaffen. Ältere Menschen müssen die Sicherheit haben, dass die Pflege bezahlbar bleibt und sie ihren Lebensabend in Würde genießen können. Dafür wollen wir die häusliche Pflege unter anderem mit einem Pflegebudget stärken. Auch die pflegenden Angehörigen werden wir mehr unterstützen.

Sind Sie schon mal von einem ausländischen Arzt behandelt worden, und waren Sie an seiner Herkunft interessiert?

Da für mich die Herkunft eines Arztes keine Rolle spielt, weiß ich das nicht. Was ich aber weiß ist, dass ohne Mediziner oder Pfleger aus dem Ausland unser Gesundheitssystem nicht funktionieren würde. Das ist einer der Gründe, warum ich die ausländerfeindliche Politik der AfD ablehne.

Welchen Handwerker haben Sie zuletzt benötigt, und wie schnell ist er gekommen (haben Sie einen Termin bekommen)?

Die Rauchmelder in unserer Mietwohnung mussten getauscht werden. Dies ging schnell und unkompliziert. Ich weiß, dass dies in anderen Gewerken anders aussieht. So haben wir für eine neue Tür in unserem Flur mehrere Anläufe gebraucht und mehr als zwei Jahre gewartet.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Im Grammetal habe ich schon häufiger die Sauna in Sohnstedt besucht – ein schöner Ort zum Entspannen. In Weimar sind es drei Orte: wenn ich Hunger hab, Fritz Mitte; wenn ich bei einem Spaziergang entspannen will, der Park an der Ilm; wenn ich in Erinnerung schwelgen möchte, mein altes Gymnasium in Weimar-West.

Wie oft nutzen Sie Bus und Bahn, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich benutze Bus und Bahn mehrfach in der Woche, um zur Arbeit zu kommen oder um unsere Tochter aus dem Kindergarten abzuholen. Auch wenn ich aus Erfurt zu meinen Eltern nach Weimar will, nehme ich manchmal den Zug. Im Gegensatz zum Fernverkehr ist die Zuverlässigkeit hoch. Manchmal sind die Busse und Bahnen zu voll und könnten sauberer sein.