Zur Bundestagswahl richtet sich der Fokus in Thüringen besonders auf den Wahlkreis 192, den sogenannten „Promi-Wahlkreis“. Der Wahlkreis umfasst Weimar, das Grammetal und Erfurt. Wir stellen die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten in der Reihenfolge vor, wie deren Namen letztlich auch auf dem Stimmzettel stehen.

Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung

Was können Sie im Bundestag für Ihren Wahlkreis erreichen?

Unser Land schiebt einen riesigen Investitionsstau vor sich her. Ob bröselnde Brücken oder marode Schultoiletten, dafür muss endlich mehr Geld da sein. Das gilt auch für Kulturprojekte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und die Breite der Bürgerschaft ansprechen. Auch in ländlichen Regionen. Gleichzeitig müssen wir uns auch in Thüringen auf immer mehr Hitze, Dürre, aber auch Starkregen und Unwetter einstellen. Klimaanpassungsmaßnahmen in Stadt und Land brauchen weitere Unterstützung durch den Bund. Dafür möchte ich mich einsetzen.

Was ist das größte Problem in Ihrem Wahlkreis, und wie wollen Sie es lösen?

Das Leben muss bezahlbar bleiben. Das reicht vom täglichen Einkauf bis zur bezahlbaren Wohnung für Familien. In Erfurt und Weimar sind die Mieten enorm gestiegen. Wir haben als Teil der Bundesregierung bereits viel auf den Weg gebracht, um etwa den sozialen Wohnungsbau zu stärken und Mieterinnen und Mieter besser abzusichern. Diesen Weg müssen wir weitergehen. Ich möchte, dass Mieter noch besser vor explodierenden Mieten geschützt werden. Günstige Energie ist für Menschen und Unternehmen in ganz Thüringen wichtig. Erneuerbare Energien schützen das Klima, machen uns unabhängig und sind günstig. Für ländliche Kommunen sollte es künftig noch einfacher werden, direkt von Windkraft vor Ort zu profitieren und Geld in die eigenen Kassen zu spülen.

Sind Sie schon mal von einem ausländischen Arzt behandelt worden, und waren Sie an seiner Herkunft interessiert?

Ja, ich wurde schon von ausländischen Ärztinnen und Ärzten behandelt. Dabei stand die Behandlung im Vordergrund. Auch in Thüringen sind wir darauf angewiesen, dass sich ausländische Fachkräfte für ein Leben und Arbeiten bei uns entscheiden. Ob als Pflegerin, Kitaerzieherin, Ärzte oder Busfahrer – der Bedarf nach Arbeitskräften ist hoch. Ressentiments müssen wir uns entschieden entgegenstellen und zeigen: Thüringen bleibt weltoffen.

Welchen Handwerker haben Sie zuletzt benötigt, und wie schnell ist er gekommen?

Meine Waschmaschine ist kaputtgegangen. Am nächsten Tag kam ein Elektriker und konnte sie glücklicherweise wieder reparieren. Das Handwerk ist ein wichtiger ökonomischer Treiber unseres Landes. Wir müssen dem Handwerk Rückenwind geben – indem wir Bürokratie abbauen und Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich noch attraktiver machen. Der Meisterbrief soll kostenlos sein.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Die Kirche in Oberweimar gefällt mir besonders gut. Ihre Anfänge gehen weit zurück und noch heute kann man zum Teil erhaltene Fresken, gotische Fenster und das barocke Dach bestaunen. Gleich daneben liegt das Bienenmuseum mitsamt Café, wo ich auch gerne vorbeigehe. Ich gehe gerne in die Sauna. Im Weimarer Land gibt es eine schöne Sauna-Landschaft in Sohnstedt.

Wie oft nutzen Sie Bus und Bahn, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich fahre sehr oft Bus und Bahn und bin immer angekommen, wenn auch manchmal mit Verspätung. Aber vor allem erlebe ich immer freundliche Busfahrerinnen und Zugbegleiter. Mit dem Deutschlandticket haben wir endlich den Tarifdschungel gelichtet und Bus- und Bahnfahren günstiger gemacht. Wir wollen das Deutschlandticket weiter zu einem günstigen Preis anbieten und für ein noch attraktiveres Angebot sorgen.