Neun Direktkandidatinnen und Direktkandidaten stellen sich am Sonntag der Wahl zum neuen Deutschen Bundestag im Wahlkreis 192. Dieser umfasst die Städte Erfurt und Weimar sowie die Landgemeinde Grammetal. Unsere Zeitung schließt mit diesem Beitrag die Vorstellung der Bewerberinnen und Bewerber ab.

Was können Sie im Bundestag für Ihren Wahlkreis erreichen?

In unserer Gesellschaft ist Vertrauen in den Staat und seine Institutionen geschwunden. Gleichzeitig gehören Kulturinstitutionen zu den vertrauenswürdigsten Institutionen der Gesellschaft (Studie Institut für Museumsforschung), sind aber heiß umkämpfte öffentliche Orte. Man kann aus ihnen stark, aber auch hegemonial wirken. Letzterem entgegenzuwirken, dazu brauchen wir eine beherzte Kulturpolitik. Dafür möchte ich mich starkmachen.

Was ist das größte Problem in Ihrem Wahlkreis, und wie wollen Sie es lösen?

Der innere und der äußere Frieden ist in den letzten Jahren mit den dicht aufeinander folgenden Krisen gestört. Wir müssen wieder miteinander reden, zuhören und tolerant sein, denn: Ohne Frieden ist alles Nichts. Wir müssen wieder eine Solidargemeinschaft werden. Daher sollen alle Bürger nach ihrer Leistungsfähigkeit in die Sozialsysteme einzahlen und davon auch profitieren. Renten unter 2000 Euro sollen nicht besteuert werden. Die Steuerprogression muss korrigiert werden, um kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Wir brauchen eine Bildungsinitiative, einen großen Investitionsschub und keine Kriegswirtschaft. Dafür möchte ich mich einsetzen.

Sind Sie schon mal von einem ausländischen Arzt behandelt worden, und waren Sie an seiner Herkunft interessiert?

Zum Glück muss ich nicht oft zum Arzt. Wenn aber doch, dann frage ich den Arzt nicht nach seiner Herkunft.

Welchen Handwerker haben Sie zuletzt benötigt, und wie schnell ist er gekommen (haben Sie einen Termin bekommen)?

Kürzlich musste ich meine Geige durchsehen lassen und hatte keinerlei Probleme, beim Geigenbauer einen Termin zu bekommen. Ganz anders ist’s mit dem Heizungsmonteur und dem Fensterbauer. Da muss man bitten und warten. Es fühlt sich an wie früher.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Mein Lieblingsplatz im Wahlkreis 192 ist Schloss und Park Belvedere in Weimar. Dort ging meine Tochter zur Schule, der Ort ist wunderschön, und man hat eine herrliche Aussicht.

Wie oft nutzen Sie Bus und Bahn, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Wenn ich in Weimar unterwegs bin, benutze ich meistens meine Füße. Wenn es in die Ferne geht, fahre ich gern mit der Bahn, hatte viele Jahre auch eine BahnCard. Diese gab ich zurück, als Weimar vom Bahnfernverkehr abgehängt wurde.