Episode 6

„Das war eine Fehleinschätzung“ - Bodo Ramelow im Podcast-Interview

Bodo Ramelow (Linke) spricht im Podcast "Reden wir über Thüringen" mit Martin Debes und Elmar Otto über seine Amtszeit als Ministerpräsident.

Podcast "Reden wir über Thüringen".

Podcast "Reden wir über Thüringen".

Foto: Andreas Wetzel

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Sechs Parteien haben die Chance, in den nächsten Thüringer Landtag einzuziehen, der am 27. Oktober gewählt wird. Die Spitzenkandidatin und die fünf Spitzenkandidaten wurden daher von dieser Zeitung vorgestellt, in Porträts und in Interviews. Neu diesmal: Die aufgezeichneten Gespräche werden ungeschnitten als maximal einstündige Sendung – neudeutsch: Podcast – für Sie ins Netz zum Nachhören gestellt.

Nach den Spitzenkandidaten von SPD, FDP, Grünen und CDU – AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke hatte den vereinbarten Termin kurzfristig abgesagt – war zum Abschluss Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow unser Gast. Er amtiert seit 2014 als Ministerpräsident der rot-rot-grünen Landesregierung. Die Interviewserie „Reden wir über Thüringen“ soll auch nach der Wahl fortgesetzt werden.

Wir dokumentieren an dieser Stelle einige Aussagen Ramelows, die Fragen wurden aus Platzgründen teils gekürzt.

Auf der Skala von 1 bis 10: Wie sicher sind Sie, dass Sie Ministerpräsident bleiben können?

Ich gehe von 10 aus.

Ok, Sie sind 100-prozentig sicher: Haben Sie denn Lust drauf?

Ja, absolut. Ich freu‘ mich drauf. Ich habe vor fünf Jahren die Gelegenheit gehabt, eine rot-rot-grüne Landesregierung mitentstehen lassen zu können. Und ich habe gelernt, dass es große Freude macht, mit drei Partnern gemeinsam Politik zu gestalten – und die würde ich gerne weitergestalten.

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Müssen Sie auch nicht deshalb Ministerpräsident bleiben, damit Ihre Partei, die bundesweit in den vergangenen Monaten Niederlagen erlitt, endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis bekommt?

Die Niederlagen sind ja nicht nur aus den letzten Monaten. Wir haben eine Egalisierung der Wahlergebnisse unserer Partei Die Linke. Wir haben aber auch eine Akzentverschiebung: Ich habe von 2005 bis 2009 diese neue Partei Die Linke entstehen lassen. Ich war damals der Architekt, der die mechanische Form der Zusammenführung von der WASG und der PDS organisiert hat. Damals habe ich schon gesagt, wir brauchen eine gesamtdeutsche Perspektive.

Dass wir heute in Bremen in einer Landesregierung mitregieren und dass die dortige Wirtschaftssenatorin von uns gestellt wird, ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir tatsächlich gesamtdeutsch ein gutes Fundament haben. Das bedeutet aber auch, dass wir den Gebrauchswert unserer eigenen Partei selber neu bestimmen müssen.

Ich werde aber nicht Ministerpräsident für meine Partei. Ich werde Ministerpräsident in Thüringen, weil ich gerne Ministerpräsident für Rot-Rot-Grün sein möchte – auch in der Zukunft.