Episode 7

Reden wir über Thüringen: Der politische Podcast mit Staatskanzleichef Benjamin Hoff (Linke)

Erfurt  Hoff erzählt im Gespräch mit Martin Debes von den Szenarien für die Ministerpräsidentenwahl, das komplizierte Verhältnis der Koalitionspartner und warum er als Jugendlicher im Schwarzen Block demonstrierte, dessen Extremismus er eigentlich ablehnt. 

Podcast "Reden wir über Thüringen".

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Foto: Andreas Wetzel

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Vor der Landtagswahl wurden die Spitzenkandidaten im politischen Podcast „Reden wir über Thüringen“ befragt. Nun, nach der Wahl, gibt der geschäftsführende Staatskanzleiminister Benjamin Hoff (Linke) Auskunft über die Lage im Land – die komplizierter kaum sein könnte. Der 43-Jährige erzählt von den Szenarien für die Ministerpräsidentenwahl, das komplizierte Verhältnis der Koalitionspartner und warum er als Jugendlicher im Schwarzen Block demonstrierte, dessen Extremismus er eigentlich ablehnt.

Zum Streit zwischen Linken und Grünen über die künftige Ressortverteilung sagt Hoff: „Es ärgert mich weniger das öffentliche Erscheinungsbild als der Umstand, dass wir an der Stelle alle zusammen nicht so professionell agieren, wie wir es eigentlich könnten.“

Zum ungleichen Größenverhältnis in der Koalition: „Wenn zwei Partner gemeinsam nicht einmal die Hälfte des größten Koalitionspartners repräsentieren: Das ist eine Asymmetrie, die nicht einfach ist.“

Über die Ansprüche der Grünen: „Der Umstand, dass ich in Umfragen mir elf Prozent gewünscht hätte und bei Fünfkommairgendwas rausgekommen bin, heißt nicht, dass man in Verhandlungen zum größeren Koalitionspartner sagt: Weil ich gerne fünf Prozentpunkte mehr bekomme hätte und die jetzt die gefühlt verloren habe, muss ich für die verlorene fünf Prozentpunkte entschädigt werden – das wird auch nicht funktionieren.“

Zur für Februar geplanten Wahl von Bodo Ramelow (Linke) zum Ministerpräsidenten: „Klar bereitest du mich auf erst einmal auf alles vor, einschließlich des Umstandes, dass es klappen kann – aber dass in der Politik auch etwas schief gehen kann.“

Über sein Verhältnis zum Linksextremismus: „Antifa ist zunächst erst einmal eine Haltung, und diese Haltung repräsentiere ich auch. […] Es gibt einen Teil der Antifa, der Militanz lebt und als politisches Konzept vertritt: Das ist nicht meine Position. Und ich lehne das ab. Aber ich bin oft auch im schwarzen Block auf Demonstrationen mit dabei gewesen und sage: Jeder von denen, die dort sind, vertritt eine eigenständige politische Haltung.“

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