99,1 Prozent vertrauen Frank Rostek in Bleicherode

Bleicherode  Die Wahlperiode in Bleicherode ist wohl sehr kurz.

Frank Rostek ist zum dritten Mal als Bürgermeister in Bleicherode bestätigt. Allerdings muss er bald wieder antreten. Foto: Peter Cott

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Frank Rostek (CDU) darf mit einem guten Gefühl in den Kurzurlaub starten. In den gehe es am Montag erst einmal zum Ausspannen, nur mit Frau und Rucksack, erzählt er am Sonntagvormittag im Wahllokal. Beim langen Ringen um das Bilden einer Landgemeinde habe man „oft bis in die Puppen verhandelt“. Ein wenig Abspannen sei da verdient, erzählt Bleicherodes Bürgermeister. Vom harten Wahlkampf spricht er indes nicht, wohl weil es ihm an Gegenbewerbern fehlte. „Wobei man sich das auch erst einmal verdienen muss, keine Gegenkandidaten zu haben.“ Stehe es doch auch für eine solide Arbeit, findet er.

Das Wahlergebnis am Abend wird ihn darin wohl noch weiter bestärken: Am Sonntag bestätigte Bleicherode seinen bisherigen Bürgermeister ein drittes Mal im Amt. 99,1 Prozent gaben dem konkurrenzlosen Christdemo­kraten ihre Stimme. Von 5476 Wahlberechtigten votierten 1758 für ihn – es sei „eine Bestätigung meiner Arbeit“, wie er sagt. Die Wahlbeteiligung lag bei 33,7 Prozent und höher als in der Gemeinde Harztor. Beim Gang ins Wahllokal, im St.-Marien-Hospital, hatte Frank Rostek mit weitaus weniger gerechnet. Lediglich einen Wert um die 20 bis 25 hatte er vorsichtig prognostiziert. „Alles über 30 Prozent ist nun ein Grund zum Feiern.“ Wahlen ohne Gegenbewerber wie in Heringen hätten ihn vorsichtig werden lassen. „Das ist immer schon eine außergewöhnliche Situation.“

Außergewöhnlich am Sonntag ist für ihn sicher auch eine kleine Premiere, die er gemeinsam mit Tochter Elisa feiern kann. Dank Neuregelung darf die 16-Jährige erstmals mit an die Wahlurne treten – eine Parallele zu Rosteks Parteifreund Stephan Klante, der zeitgleich in Harztor zur Wahl steht. Klantes Bestätigung im Amt freue ihn ebenso wie der CDU-Überraschungssieg in Ellrich. „Henry Pasenow ist ein gut ausgebildeter Kandidat, der thematisch überzeugen wird“, ist Rostek am Abend bei einer kleinen Wahlfeier überzeugt. Gleichwohl: Mit seinem Vorgänger Matthias Ehrhold (SPD) habe er immer gut zusammengearbeitet, hoffe weiter auf sein Engagement im Südharz.

Für Frank Rostek ist die Wahlperiode wahrscheinlich sehr kurz: Denn Bleicherode will mit vier Hainleite-Orten und vier weiteren Dörfern zum 1. Januar 2019 eine Landgemeinde gründen. Da es sich um eine Neugründung handelt, ist eine Wahl des Bürgermeisters Pflicht. Rostek kündigte seine Kandidatur bereits an und erklärte, mit Gegenkandidaten zu rechnen. Stimmt der Landtag den Plänen zu, wird Rostek zu Jahresende in den einstweiligen Ruhestand verabschiedet, ein staatlich Beauftragter wird eingesetzt, bis der neugewählte Bürgermeister sein Amt antritt.

Bis dahin jedoch gebe es viel zu tun: Verhandlungen mit dem Innenminister warten. Zudem stehe weiterhin die am Donnerstag beschlossene Haushaltsicherung auf der Agenda, so Rostek.

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