AfD bereitet sich auf Landtag in Thüringen vor

Erfurt. Wenn man erst noch bekannt werden will, hilft es, sich jemand Bekanntes einzuladen. Und so war Hans-Olaf Henkel zugegen, als Freitag die Thüringer "Alternative für Deutschland" (AfD) in einem wohlgefüllten Erfurter Kleinkunsttheater Landtagskandidaten und Programm präsentierten.

Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hielt am Freitag bei der Thüringer AfD eine Rede. Foto: Sascha Fromm

Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hielt am Freitag bei der Thüringer AfD eine Rede. Foto: Sascha Fromm

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Der frühere Präsident des BDI ist Bundesvize der Partei und sitzt im Europaparlament. Und, er hat der Thüringer AfD 150000 Euro Kredit gegeben. Vor dessen Rede trug jedoch Spitzenkandidat Björn Höcke noch seinen Wahlkampf-Kanon vor: Austritt der Südländer aus dem Euro, Anpassung der Ausländer an hiesige "Sitten und Gebräuche", Schluss mit dem "bildungspolitischen Firlefanz", Ja zur "herkömmlichen Familie" mit möglichst vielen Kindern. Das und vieles mehr steht im 34-seitigen Programm.

Wenn sich die Umfragen am 14. September bestätigen, könnte die Landes-AfD mit bis zu acht Abgeordneten in den Landtag einziehen. Dass sie nur gut 300 Mitglieder hat und seit ihrer Gründung im April 2013 mehrere Vorstände verschliss, stört offenkundig kaum.

Nach Höcke beantwortete Henkel die selbstgestellte Frage, warum es "einige wenige Rechtspopulisten" in der AfD gebe: Diese wären nur eingetreten, weil Altparteien und Medien die Partei "in die rechtspopulistische Ecke geschoben" hätten. Dabei bestehe man ja nur aus "Ehrenmännern und Ehrenfrauen". Im Übrigen, so Henkel, seien die AfD-Mitglieder gebildeter als die in anderen Parteien.

Immerhin: Die ersten sechs Kandidaten für den Landtag haben alle studiert. Höcke ist Lehrer, der Rest sind Juristen, Lehrer und Informatiker. Der einzige Adelige, Alexander Graf Castell, steht allerdings nicht mehr auf der Liste. Er hat auch sein Amt als Schatzmeister abgegeben - wobei er zuletzt nicht, wie Freitag gemeldet, nochmals für den Posten kandidiert hatte.

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