AfD-Chef Lucke will nur auf Deutsch eingeladen werden

Erfurt. Das neue Europäische Parlament hat sich noch nicht konstituiert - und schon beginnt der Bundeschef der Alternative für Deutschland (AfD) den ersten Streit mit dem bisherigen und wahrscheinlich auch zukünftigen Parlamentspräsidenten Martin Schulz.

Lucke fügte in dem Schreiben an, dass es ihm "keineswegs" um "nationales Dominanzstreben" gehe. Archiv-Foto: Thierry Monasse/dpa

Lucke fügte in dem Schreiben an, dass es ihm "keineswegs" um "nationales Dominanzstreben" gehe. Archiv-Foto: Thierry Monasse/dpa

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In einem Brief an den Sozialdemokraten beschwerte sich Bernd Lucke, der Neu-Abgeordnete der AfD, über die Einladungsschreiben zu einem Festakt vor der Eröffnung des Parlaments.

Diese seien nur in französischer und englischer Sprache abgefasst, bemängelt der Vorsitzende der Partei, die mit dem Slogan "Mut zu Deutschland" wirbt. In dem Brief Luckes, der unserer Zeitung vorliegt, heißt es: "Ich weiß, dass es als politisch inkorrekt gilt, sich für die Verwendung des Deutschen einzusetzen, aber ein Politiker, der Rückgrat hat, sollte dennoch das vertreten, was er für richtig hält. Und richtig ist es, Deutsch als eine der bedeutendsten Kultur- und Verkehrssprachen Europas bei zeremoniellen Anlässen auch angemessen zu würdigen."

Lucke fügte in dem Schreiben an, dass es ihm "keineswegs" um "nationales Dominanzstreben" gehe. Er fände es nur angemessen, wenn man die Einladung "jedem Abgeordneten in seiner Muttersprache zukommen lassen" würde. Übersetzer gebe es ja schließlich bei der EU genug.

Zudem erklärte der AfD-Chef, dass er "anregen" wolle, am Vorabend der Parlamentseröffnung nicht nur die EU-Fahne, sondern auch die Flaggen aller 28 Mitgliedsstaaten zu hissen. Dies würde die "freie Selbstbestimmung" der Nationalstaaten betonen, in der sie sich zusammengefunden hätten in der Union.

Vom Büro des noch amtierendne Parlamentspräsidenten war gestern keine Reaktion zu bekommen. Eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung an Martin Schulz blieb bis zum Abend unbeantwortet.

Das Europäische Parlament wird sich in der kommenden Woche konstituieren. Schulz will wiederum als Präsident kandidieren, nachdem seine Ambitionen auf einen Posten als deutsches Komissionsmitglied am Widerstand der Union gescheitert waren.

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