AfD-Nachwuchs: „Radikale Kräfte“ bedrohen Existenz der Partei

Erfurt. Der Lagerkampf innerhalb der AfD bedroht aus Sicht der Nachwuchsorganisation zunehmend die Existenz der Partei.

Der Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke steht in der Kritik. Archiv-Foto: Sebastian Kahnert

Der Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke steht in der Kritik. Archiv-Foto: Sebastian Kahnert

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„Das Tempo des destruktiven Prozesses gewinnt an Fahrt“, sagte der Bundeschef der „Jungen Alternative“, Philipp Meyer der „Thüringer Allgemeinen“.

Schuld an der Entwicklung trügen vor allem die „radikalen Kräfte“ um den Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke, die eine Spaltung der AfD herbei führen wollten. Es sei „völlig richtig“, dass der Bundesvorstand um den Vorsitzenden Bernd Lucke gegen Höcke eine Amtsenthebungsverfahren eingeleitet habe, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation, der selbst auf Erfurt stammt. „Es darf nicht sein, dass die AfD mit Rechtsextremisten in Verbindung gebracht wird“. Die Aussage Höckes, dass nicht jedes NPD-Mitglied extremistisch sei, habe der Partei geschadet.

Meyer kritisierte auch den Fraktionsausschluss des Thüringer Landtagsabgeordneten Siegfried Gentele und die Strafmaßnahmen gegen die Abgeordneten Oskar Helmerich und Jens Krumpe. „Das hat mich schockiert“, sagte er. „In der Außenwirkung ist dies absolut verheerend.“

Die beiden gemaßregelten Abgeordneten wollen die Sanktionen nicht akzeptieren. Der gesamte Vorgang sei „bizarr“ und „lächerlich“, sagte Krumpe der Zeitung. Man habe ihn in seiner Abwesenheit vorgeführt. „Das kann ich nicht hinnehmen.“

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