AfD: Wir brauchen mehr als 500 neue Lehrer pro Jahr

Erfurt. Der Fraktion geht der Plan der Landesregierung nicht weit genug. Wartburg-Erklärung: Tatsächlicher Bedarf an Pädagogen wurde nicht ermittelt.

Die Thüringer AfD-Fraktion will sich für mehr Lehrer im Freistaat einsetzen. Foto: Nico Kiesel

Die Thüringer AfD-Fraktion will sich für mehr Lehrer im Freistaat einsetzen. Foto: Nico Kiesel

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Der AfD geht die von der Landesregierung angekündigte Neueinstellung von Lehrern nicht weit genug. "Wir brauchen deutlich mehr als 500 neue Lehrer pro Jahr", sagte die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Wiebke Muhsal, der TA. So gebe es derzeit mehr als 800 langzeiterkrankte Lehrer, die in keiner Statistik auftauchten.

In der Wartburg-Erklärung der AfD-Fraktion, die am Donnerstag vorgestellt wird und unserer Zeitung als Entwurf teilweise vorliegt, heißt es: "Die rot-rot-grüne Koalition hat den tatsächlichen Bedarf an Lehrern bislang nicht realistisch ermittelt." Neben der Bildungspolitik geht es in der Erklärung um Asyl- und Familienpolitik sowie den Ausbau der direkten Demokratie.

Die Fraktion machte sich zum Ende ihrer dreitägigen Klausurtagung auf der Wartburg in Eisenach dafür stark, das differenzierte Schulsystem weiterzuentwickeln. Dabei solle die Zusammenarbeit zwischen dem Thüringer Handwerk und den Schülern verbessert werden.

Das "krampfhafte Bestreben, immer mehr Abiturienten und Hochschulabsolventen zu produzieren", münde langfristig in ein "akademisches Prekariat", heißt es in dem Papier. Rot-Rot-Grün produziere "Einheitsschulen und Einheitslehrer".

Ferner rügte die AfD-Fraktion die im Koalitionsvertrag festgehaltene Absicht, den Thüringer Bildungsplan von null bis 18 Jahren "auch unter Berücksichtigung der Gleichstellung von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität" fortzuschreiben. "Die Aufklärung über die biologischen Gegebenheiten von Mann und Frau und über die Fortpflanzung hat ausreichend Platz im Sexualkundeunterricht", steht in der Wartburg-Erklärung.

Mit Blick auf die Flüchtlingspolitik fordert die AfD die Schaffung einer Landesstelle zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Darüber hinaus tritt die Fraktion dafür ein, eine eigene Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber einzurichten, die nur "sehr geringe bis gar keine Erfolgsaussichten" auf Anerkennung haben. Asylanträge - etwa aus Staaten des westlichen Balkans - sollen innerhalb von höchstens einem Monat bearbeitet werden.

Bei der CDU stoßen derartige Forderungen allerdings auf wenig Gegenliebe. "Wir sind gegen Alleingänge der Bundesländer", erklärte der Sprecher für Migration und Integration der CDU-Fraktion, Christian Herrgott.

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