Antje Hochwind (SPD) bewirbt sich um weitere Amtszeit

Antje Hochwind (SPD) tritt zur Landratswahl im April erneut für die SPD als Kandidatin an. Sie möchte vor allem den ländlichen Raum weiter stärken.

Antje Hochwind (SPD) tritt zur Landratswahl im April erneut für die SPD als Kandidatin an. Sie möchte vor allem den ländlichen Raum weiter stärken.

Antje Hochwind (SPD) tritt zur Landratswahl im April erneut für die SPD als Kandidatin an. Sie möchte vor allem den ländlichen Raum weiter stärken.

Foto: Dirk Bernkopf

Was wird sich verbessert haben im Landkreis in den nächsten sechs Jahren, falls Sie ein weiteres Mal ins Amt gewählt werden?

Die Schwerpunkte, an denen ich in den letzten sechs Jahren gearbeitet habe, möchte ich weiterführen. Ein wichtiger Bereich ist die Arbeitslosigkeit, die weiter reduziert werden soll, einschließlich der Jugendarbeitslosigkeit. Es wird weiter eine starke Kooperation mit Unternehmen, mit Verbänden, Kammern, aber auch mit den Partnern auf Landesebene, wie Wirtschaftsministerium, Aufbaubank, LEG geben. Diese werde ich weiter ausbauen mit dem Ziel, dass es der wirtschaftlichen Entwicklung zugute kommt.

Ein weiterer großer Bereich ist die Stärkung des ländlichen Raums. Unsere Gemeinden und Dörfer stehen vor großen Herausforderungen: Leerstand, Probleme mit der ärztlichen Versorgung, der Mobilität, fehlende Einkaufsmöglichkeiten und soziale Angebote. Bei diesen Aufgaben möchte ich die Gemeinden unterstützen.

Es braucht gemeinsame Anstrengungen, um die Probleme zu bewältigen und damit auch der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Die Lebensqualität der Menschen, die hier wohnen, muss erhalten werden, beziehungsweise sich weiter verbessern. Darüber hinaus möchte ich auch, dass sich junge Menschen hier wohlfühlen und unsere Region auch für Rückkehrer interessant ist.

Apropos Infrastruktur. Der Breitbandausbau ist in sechs Jahren abgeschlossen?

Ja. Auf jeden Fall. Wir sind auf der Zielgeraden.

Die Arbeitslosigkeit hatten Sie angesprochen. Der Kyffhäuserkreis ist nicht mehr Schlusslicht in Thüringen. Was können Sie als Landrätin denn noch unternehmen?

Das sind die Initiativen zur Fachkräftegewinnung. Die stehen im Fokus unseres Regionalmanagements. Wir haben zudem weitere Initiativen zum Beispiel mit der Berufsberatung der Bundeswehr, mit den Kammern und Verbänden. Es gibt regelmäßige Beratungen mit dem Jobcenter. Ich werde mich dafür stark machen, dass die Mittel zur Wiedereingliederungshilfe, die vom Bund stark gekürzt wurden, wieder mehr fließen. Dies ist derzeit ein ernstes Problem für uns als Landkreis. Diese Reduzierung wird negative Folgen haben, die Wiedereingliederungsmaßnahmen sind besonders für Langzeitarbeitslose wichtig.

Wir haben gut mit unseren Unternehmen zusammengearbeitet. Diesen Weg der guten Kooperation werden wir weitergehen. Zudem werden wir uns auch wieder der Prüfung als wirtschaftsfreundliche Verwaltung unterziehen. Die Unternehmen können sich auch in Zukunft darauf verlassen, dass sie hier einen guten Partner haben, der bei Problemen schnell reagiert. Auch wenn es um Firmenausweitungen oder um Ansiedlungen geht, die Verwaltung nimmt die Anliegen der Unternehmer sehr ernst.

Wie kann der Kreis wieder attraktiv werden für Fachkräfte?

Für den Landkreis insgesamt ist es sehr wichtig, attraktiv zu sein, für unsere Bürger und die Unternehmen gleichermaßen. Das bedeutet, wir brauchen gute Rahmenbedingungen, das sind wohnortnahe und gute Kindertagesstätten, die ausreichend Plätze für unsere Kleinsten bieten, aber auch moderne Schulen, in denen unsere Kinder gerne lernen sowie attraktive Freizeit- und Kulturangebote.

Wir brauchen günstigen Wohnraum, aber auch ansprechende Wohnlagen für neue Wohngebiete, mit einer guten Infrastruktur. Unternehmen suchen selbst auch Fachkräfte außerhalb unseres Landkreises, das heißt, da geht es auch um Abwerben aus anderen Regionen. Da ist eine gute Bezahlung sehr wichtig, aber auch die Rahmenbedingungen hier vor Ort müssen stimmen.

Sie wollen den ländlichen Raum stärken. Der Kyffhäuserkreis ist doch im Grunde ausschließlich ländlicher Raum. Selbst in der Kreisstadt wird die Diskussion um eine attraktive Stadt geführt. Wie kann die Landrätin den ländlichen Raum aufhübschen, ganz konkret?

Die Stärkung des ländlichen Raums ist mir sehr wichtig und wird ein Schwerpunkt meiner weiteren Arbeit werden. Die Jugendarbeit im Landkreis ist gut aufgestellt und muss mit der guten Qualität fortgeführt werden. Die zahlreichen Ehrenamtlichen in unseren Vereinen und Verbänden leisten sehr wertvolle Arbeit. Sie brauchen auch in Zukunft unsere Unterstützung und Anerkennung.

Darüber hinaus möchte ich auch neue Angebote ausprobieren – so zum Beispiel mit dem „Dorfkümmerer“ ein neues Projekt, welches im Rahmen des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ erstmals angeboten werden soll.

Dies soll jemand sein, der vor Ort als Ansprechpartner für die Menschen da ist und für die Akteure, die in den Dörfern tätig sind.

Klingt nach dem Bürgermeister...

Es geht hierbei in keiner Weise um die Aufgaben eines Bürgermeisters. Der Dorfkümmerer soll mehr Ansprechpartner für soziale und seelsorgerische Aufgabenstellungen und Probleme der Menschen im Ort sein, jemand, der aber auch enge Kontakte in die Verwaltungen und die Verbände hat, also eine Unterstützung für den Bürgermeister.

Also jemand, der immer da ist?

Jemand, der Ansprechpartner vor Ort ist. Das ist aber nur ein Schritt. Wir brauchen zudem neue Wege und gemeinsame Aktivitäten. Über das schon genannte neue Landesprogramm können wir erstmals solche Angebote ausprobieren, dafür erhalten wir finanzielle Unterstützung. Über dieses Landesprogramm wollen wir auch in anderen Bereichen einiges auf den Weg bringen.

Mobilität ist ein wichtiges Thema für die ländliche Region. Der Bürgerbus, wie es ihn in Werther gibt, ist ein gutes Beispiel. Ein kleiner Bus, der von einem Verein im Ehrenamt betrieben wird und damit die Mobilität der Menschen im Ort verbessert. Ein weiterer Schwerpunkt stellt für mich die ärztliche Versorgung dar. In den nächsten Jahren werden viele Ärzte in Rente gehen, wir werden uns intensiv um Nachfolger bemühen.

Für die Ansiedlung von Ärzten gibt es Förderprogramme, die bei der Übernahme einer Praxis im ländlichen Raum Unterstützung anbieten. Aber auch hier müssen die passenden Rahmenbedingungen gegeben sein, damit die Ärzte sich hier niederlassen. Unser Job ist es, auch zusammen mit den Gemeinden, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.

Mehr Medizinische Versorgungszentren?

Wir haben in Greußen mit dem neuen Medizinischen Versorgungszentrum gute Erfahrungen gemacht. Diese Entwicklung unterstütze ich. Was sich bewährt, das sollte man auch weiter ausbauen.

Artern klagt ja immer, dass es in der Region an Ärzten fehlt. Gibt es da Ansätze...

Die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) entscheidet über die Zulassung von Arztpraxen. Daher braucht es gemeinsame Bestrebungen mit der KV, dem Krankenhaus-Träger und dem Sozialministerium. Es ist wichtig, den Fokus auf die bessere ärztliche Entwicklung zu legen. Dafür brauchen wir auch Partner vor Ort.

Sie wollen an den Schwerpunkten der nun fast vergangenen Amtszeit festhalten. Also auch an den Schulen?

Auf jeden Fall. Die Schulen sollen Schwerpunkt bleiben. Die großen Baumaßnahmen sind fast alle abgeschlossen. Nun soll es ein 2. Bauprogramm für die ländlichen Grundschulen geben. Dort sind bereits die Brandschutzmaßnahmen und auch kleinere Sanierungsmaßnahmen erfolgt. Jetzt wollen wir fortfahren.

Unsere Schulen sind alle ausgelastet. Weitere Schulschließungen haben wir im September bereits ausgeschlossen. Nun stehen die Sanierungen an den Grundschulen in Hohenebra, Udersleben, Rottleben, Wiehe und Bottendorf an. Ein großes weiteres Thema ist die Digitalisierung. Wir werden die Schulen an das hochleistungsfähige Breitbandnetz anschließen. Damit werden die Voraussetzungen für den digitalen Ausbau der Schulen geschaffen.

Und die klassische Grundausstattung an den Schulen, über die wird doch auch geklagt.

Die Ausstattung muss verbessert werden. Wir haben damit begonnen, über 250 000 Euro wurden bereits investiert, zum Beispiel in Smartboards und PC-Technik. Es gibt aber noch viel Handlungsbedarf. Bei dem Sanierungsstau, der an den Schulen bestanden hat, mussten Prioritäten gesetzt werden. Es sind bereits 50 Millionen Euro in die Schulen geflossen, aber dennoch ging nicht alles mit einmal.

Es galt zuerst, den Brandschutz an allen Schulen herzustellen und die baulichen Zustände zu verbessern. In den nächsten Jahren werden wir viel Geld in die Digitalisierung und die Ausstattung investieren. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Brandschutzerziehung an allen Schulen sein. Das habe ich mir fest vorgenommen.

Dafür wirbt der Thüringer Feuerwehrverband in Anlehnung an die jungen Brandschutzhelfer zu DDR-Zeiten, oder?

Ja, ich betrachte es als eine sehr wichtige Aufgabe, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dies haben wir schon mit dem Verband und unseren Feuerwehren besprochen. Da reden wir natürlich über zusätzliches Geld, doch ich denke, dass diese Wichtigkeit auch der Kreistag so sieht.

Wie hilfreich ist der Zustand der SPD für ihren Wahlkampf?

Ich konzentriere mich auf meine Arbeit hier vor Ort. Ich habe immer deutlich gemacht, dass für mich in erster Linie der Kyffhäuserkreis steht. Natürlich sind auch Kontakte zur Bundes- und Landesebene wichtig. Die habe ich und werde sie auch weiter für eine gute Entwicklung unseres Landkreises nutzen. Aber an erster Stelle steht für mich ganz klar unser Landkreis.

Wie wird Ihr Wahlkampf als Amtsinhaberin aussehen – anders als vor sechs Jahren?

Ja, es ist anders. Der Kyffhäuserkreis steht für mich im Vordergrund. Ich will etwas bewegen und den Landkreis weiter voranbringen. Viele Aufgaben müssen auch im Wahlkampf weiter abgearbeitet werden. Trotzdem werde ich auch im Landkreis unterwegs sein und mit den Menschen sprechen. Ich möchte auch weiterhin wissen, was unsere Bürger hier vor Ort bewegt, ich nehme ihre Wünsche und Sorgen sehr ernst, sie sind für mich Aufgabenstellung.

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