Arnstadt: Bewährte Lösungen sollen beibehalten werden

Arnstadt (Ilmkreis). Verkehrskonzept für Arnstadt wird fortgeschrieben. Mobilität für alle gilt als Grundsatz in der Planung.

Die viel befahrene Kreuzung am Südbahnhof in Arnstadt soll langfristig zum Kreisel werden. Einen Zeitplan dafür gibt es noch nicht. Foto: Hans-Peter Stadermann

Die viel befahrene Kreuzung am Südbahnhof in Arnstadt soll langfristig zum Kreisel werden. Einen Zeitplan dafür gibt es noch nicht. Foto: Hans-Peter Stadermann

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Das Verkehrskonzept für Arnstadt bleibt ein Dauerbrenner. Dies war während der Vorstellung der ersten Fortschreibung des Konzeptes, die im Bau- Vergabe- und Umweltausschuss Arnstadt präsentiert wurde, zu merken.

Der Saal im Haus am Plan war voll. Verkehrsplaner Klaus Ahner informierte Ausschussmitglieder und Arnstädter Bürger, die zur Sitzung anwesend waren, zu neuen Überlegungen. "Denn Ziele der Verkehrsplanung bestimmen sich vor allem aus der dienenden Funktion des Verkehrs", so Ahner .

Der Verkehrsexperte bemängelte bei der bisherigen Planung, "dass wir uns zu oft in Detaillösungen verzettelt haben". Es gehe nicht um den Vorrang oder die besten Bedingungen für eine Verkehrsart. Vielmehr müssen alle Bereiche, egal ob Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrzeuge, ruhender Verkehr sowie Busse und Bahn im Zusammenhang betrachtet werden.

Alle wollen angemessen mobil sein. Dies soll so ein Verkehrskonzept letztlich leisten. Ahner: "Denn jeder Radfahrer, den wir verlieren, weil es ihm auf Straßen zu gefährlich ist, den finden wir irgendwann als Kraftfahrer wieder, damit vergrößern sich die Probleme aber nur."

Bei der Planung müssen zusätzlich noch die Gegebenheiten der alten Stadtstruktur in Arnstadt berücksichtigt werden. Die sind gaber erade in der historischen Innenstadt mit engen und kurvenreichen Straßen nicht einfach.

Grundsätzlich gilt: "Das Verkehrskonzept ist in starkem Maße bestandsorientiert, gravierende Änderungen in der Innenstadt sind nicht erforderlich und sind durch die Stadt Arnstadt nicht finanzierbar." So steht es in der Fortschreibung des Verkehrskonzeptes. Die Stadt hat allerdings insgesamt recht gute Karten, weil es eine Stadt der kurzen Wege ist.

Ein Satz in der Konzept-Fortschreibung löste allerdings Kopfschütteln aus. Nicht weil er nicht stimmen würde, vielmehr weil die Umsetzung nicht funktioniert. Es geht um den Schwerlastverkehr, der "soll bis auf den notwendigen Quell/Zielverkehr aus der verkehrsberuhigten Innenstadt ferngehalten und auf Hauptverkehrsstraßen gebündelt werden".

Problematisch wird dies in der Ritter-, Schloss- und Neideckstraße aber auch am Obertunk gesehen. Dort rollen LKW durch, bringen jede Menge Erschütterungen und Ärger für die Anwohner. Sogar während des Fahrverbots zu Nachtzeiten.

Ahner: "Die Effekte durch Verbotsschilder sind begrenzt, da hilft nur hartnäckig dranbleiben und kontrollieren."

Der Schlossplatz müsse in beide Richtungen für den motorisierten Verkehr geöffnet bleiben, so der Planer weiter. Aber die Lösung mit dem Ampelüberweg für Fußgänger dort befriedigt nicht, weil der fließende Verkehr häufig unterbrochen wird. Andererseits brauchen Fußgänger das Schutzangebot. Eine Verringerung des Fahrtempos "zwar nicht auf 7 km/h aber durchgängig auf 30 km/h sollte geprüft werden".

Bewährte Lösungen im Kleinen sollten beibehalten werden, hieß es weiter. So die Engstelle an der Papiermühle. Eine Einbahnstraße ist dort zu den Akten gelegt, so Ahner.

Auch im Berggartenweg und an der Hohen Bleiche, wo vor Monaten ein Verkehrsversuch nach Protesten der Anwohner abgebrochen worden war, soll "es so bleiben, wie es jetzt ist". Die Kohlgasse wird dadurch mehr durch Autoverkehr belastet, der Berggartenweg ist wieder deutlich entlastet.

Zu den empfohlenen Schlüsselmaßnahmen in der Fortschreibung zählt der Umbau des Knotens Südbahnhof. Dort soll ein Kreisel entstehen, der auch für Fuß- und Radverkehr angemessen nutzbar ist. Eine Zeitplanung gibt es dafür aber noch nicht, es handelt sich um Landesstraßen.

Das Parken in Arnstadt soll veränderten Bedingungen und nach Nachfrage angepasst werden. Wegen starker Konkurrenz gelte die Prioritätenfolge: 1. Bewohner und Behinderte, 2. Wirtschaftsverkehr, 3. Kunden und Besucher und 4. Berufspendler. "Aber der Ladenbesitzer muss keinesfalls ganztags vor seinem Schaufenster parken", so Ahner.

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