Arte sendet Reportage zum Moschee-Streit in Erfurt

Erfurt  „Kreuz gegen Minarett – Kulturkampf in Erfurt“ hat der Fernsehsender Arte den Beitrag zum Moschee-Streit genannt, der Dienstagabend um 19.40 Uhr ausgestrahlt wird.

Auf einem Grundstück in Erfurt-Marbach plant die Ahmadiyya-Gemeinde den Bau einer Moschee mit Zier-Minarett. Foto: Marco Schmidt

Auf einem Grundstück in Erfurt-Marbach plant die Ahmadiyya-Gemeinde den Bau einer Moschee mit Zier-Minarett. Foto: Marco Schmidt

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Der Fernsehsender Arte beleuchtet Dienstagabend den Moschee-Streit in Erfurt. Seitdem die Ahmadiyya-Gemeinde, die im Islam eine Minderheit darstellt, ihre Baupläne für eine Moschee in Erfurt-Marbach bekannt gab, schlägt ihr Protest aus verschiedenen Richtungen entgegen.

Arte widmet sich dem Thema am Dienstagabend von 19.40 bis 20.15 Uhr im Programm „Regards: Was Europa bewegt“ und fragt hinsichtlich der für kurze Zeit errichteten Protest-Holzkreuze: Ist das Fremdenfeindlichkeit oder Angst vor dem Islam? Online ist die 30-minütige Reportage schon jetzt zu sehen.

„Meine Gemeinde lehnt Gewalt im Namen der Religion ab“, betont im Beitrag Mohammad Suleman Malik, der Sprecher der Gemeinde. Regelmäßig stellt er sich auf dem Erfurter Anger der Diskussion mit Passanten, möchte über seinen Glauben aufklären und Ängste nehmen.

Zu Wort kommen auch verschiedene Kritiker

Der TV-Beitrag zeigt die Gemeinde im Plattenbau, wo sie sich bislang zum geschlechtergetrennten Freitagsgebet trifft und berichtet über den Wunsch nach einem attraktiveren Gebets- und Versammlungsort. Diesen möchte die Ahmadiyya-Gemeinde selbst finanzieren.

Zu Wort kommen auch die Kritiker, etwa AfD-Politikerin Corinna Herold und Patrick Aue von der Initiative „Bürger für ein friedliches Marbach“. Er sieht in einer Moschee mit Minarett und Kuppel nicht nur einen Gebetsraum, sondern ein sichtbares Symbol für die muslimische Gemeinde. „In dem Moment, wo wir unsere Meinung geäußert haben, wurden wir als Wutbürger hingestellt und als Nationalsozialisten bezeichnet“, kritisiert er.

„Marbach ist im Augenblick sehr aufgeregt“, sagt Pfarrer Ricklef Münnich im Arte-Beitrag. „Ich glaube, dass das Schicksal dieses Ortes, der seit 800 Jahren besteht, nicht von dieser Moschee gefährdet wird.“ Zugleich ärgere es ihn, dass viele Marbacher schweigen – aus Angst, in die rechte Ecke gedrängt zu werden. Mit Schülern erörtert er die Frage, ob der Islam zu Deutschland beziehungsweise nach Marbach gehöre. „Es gehören ja nicht nur Christen zu Deutschland, sondern auch andere Religionen“, antwortet ein Mädchen.

Hier ist der Beitrag schon jetzt zu sehen.

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