Wagner-Chef Prigoschin äußert sich ein zweites Mal zur Wagner-Meuterei. Währenddessen geht die Rekrutierung der Kämpfer wohl weiter.

Der Chef der Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, richtet sich in einer neuen Audio-Nachricht an seine Sympathisanten in der russischen Bevölkerung. Darin bekundet er Dankbarkeit für die Unterstützung während des kürzlich gescheiterten Wagner-Aufstandes. Es ist erst die zweite Nachricht von Prigoschin seitdem er den Marsch auf Moskau unerwartet abbrach und sich nach einem Deal mit Wladimir Putin nach Belarus absetze. "Ich bin sicher, dass ihr bald unsere nächsten Siege an der Front sehen werdet", sagte Prigoschin in einer Telegram-Gruppe, die den Söldnern nahesteht. Mit direkter Kritik an Wladimir Putin hielt er sich zurück.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge soll die Wagner-Gruppe unterdessen weiter Kämpfer rekrutieren. In der Region Krasnodar im Süden Russlands schalte Wagner aktiv Werbung für neue Rekruten. Dies steht im Widerspruch zur Vereinbarung, die Putin in Bezug auf die Zukunft von Wagner der Öffentlichkeit präsentierte. Demnach sollten die Wagner-Kämpfer entweder einen offiziellen Vertrag vom Verteidigungsministerium erhalten, nach Hause zurückkehren oder ihrem Anführer Prigoschin ins belarussische Exil folgen.

Wagner-Gruppe: Neue Rekruten für den Ukraine-Krieg

Die "Financial Times" kontaktierte nach eigenen Angaben die Rekrutierungs-Hotline der Wagner-Gruppe. Ein Wagner-Anwerber versicherte, dass es noch immer Job-Angebote gebe, auch für die "Sturm-Einheit", die auf dem Gebiet der Ukraine in der "Spezialoperation" kämpfe. Das Training würde im Dorf Molkino drei Wochen dauern, bevor die neuen Rekruten eingesetzt werden würden, sagte der Anwerber.

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Neue Rekruten müssten ihre Social-Media-Profile löschen, weil der Prozess "komplizierter" geworden sei, so der Wagner-Angestellte. Er betonte, dass potentielle Rekruten einen Vertrag mit der Wagner-Gruppe und nicht mit dem Verteidigungsministerium unterschreiben würden. "Wir haben nichts mit denen zu tun. Hast du die Statements von Prigoschin gesehen? Wir werden keine Verträge mit denen unterschreiben", zitiert ihn die "Financial Times".

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Der Aufenthaltsort von Jewgeni Prigoschin bleibt derweil unklar. Obwohl er sich gemäß der Vereinbarung offiziellen Angaben zufolge in Belarus aufhalten würde, sollen Flugdaten zeigen, dass sein Privatflugzeug mehrere Male zwischen Belarus, Sankt Petersburg und Moskau pendelte. Gleichzeitig deuten Satellitenaufnahmen daraufhin, dass in Belarus ein großes Lager für Wagner-Kämpfer aufgebaut wird. (os)

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