Kiew. Die 15-jährige Nastia wird im November 2022 nach Russland verschleppt. Sie kommt in ein Lager – und erlebt, was Umerziehung heißt.

Nastia redet gerne ausschweifend und detailverliebt. Doch dann gibt es Momente, da wird sie sehr knapp, fast schon wortkarg. Sie sitzt in einer Kantine eines ehemaligen Hotels in einem Außenbezirk von Kiew. Ein karger Raum, Tische, Sessel. An der Wand Kisten, Spielsachen, Lernmaterialien, ein Teddybär. Das Haus ist kein Hotel mehr, sondern eine Unterkunft für Kinder und Jugendliche, die eine Odyssee hinter sich haben – so wie Nastia. 15 Jahre ist sie alt.