Erfurt. Seit der Protestwelle gegen Rechts haben Drohungen gegen die Teilnehmer zugenommen. Die Thüringer Beratungsstelle für Betroffene von Hass im Netz schildert drastische Fälle.

Wenn er morgen die große Fresse riskiere, werde man ihn und seine Familie ausrotten: Diese E-Mail erreichte einen Meininger Kommunalpolitiker am Vortag einer Demonstration, und das ist kein Einzelfall. Drohungen gegen politisch Aktive haben seit der landesweiten Protestwelle gegen Rechts spürbar zugenommen, konstatiert Joscha Lell von der Thüringer Beratungsstelle für Betroffene von Hass im Netz „Elly“. Es gebe zum Beispiel Fälle, in denen Fotos von Akteuren aus privaten Netzwerken geraubt und in rechten Kanälen verbreitet werden, versehen mit Beleidigungen und Hetze.