Berlin. Im Gerichtssaal hielt Trump während seines Strafprozesses wohl ein Nickerchen. Trump sei für mehrere Minuten eingeschlafen gewesen.

Der Auftakt seines Strafprozesses in New York war für Donald Trump wohl zu langweilig. Während im Gerichtssaal die Auswahl von Jury-Mitgliedern diskutiert wurden, schaltete Trump ab – und schlief ein. Das berichtete die „New York Times“, deren Reporter am Montag im Gerichtssaal anwesend waren. Demnach schien der Ex-Präsident mehrere Male sichtbar nicht mehr ansprechbar zu sein.

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Laut dem Bericht wurde Trumps Mund schlaff und er ließ seinen Kopf auf die Brust sinken. Als sein Anwalt Todd Blanche ihm eine Notiz zuschob, reagierte der 77-Jährige erst Minuten später darauf. Beim Abspielen der Tonaufnahme, in der Trump damit prahlt, Frauen an die Genitalien zu fassen, saß der republikanische Präsidentschaftskandidat regungslos an seinem Platz.

Trump verärgert über Abschlussfeier seines Sohnes Barron Trump

Sichtbar frustriert soll sich Trump gezeigt haben, als der Richter seinen Antrag ablehnte, die Abschlussfeier seines Sohnes Barron Trump besuchen zu können. Trump muss vorerst an dem Tag im Gericht erscheinen.

Trump muss sich in New York für die Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels verantworten. Die Ausgaben werden von der Staatsanwaltschaft als illegale Wahlkampfspende gewertet. Am Montag begann das Prozedere zur Benennung der insgesamt zwölf Geschworenen, von denen am Ende des Tages keiner feststand. Am Dienstag soll es weitergehen, insgesamt könnte sich die Personalauswahl noch über mehrere Tage hinziehen.

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Trump sieht sich als Opfer politisch motivierter Justiz

Derzeit sind in den USA auch noch drei weitere Strafprozesse gegen Trump in der Vorbereitung, unter anderem wegen versuchten Wahlbetrugs und der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente. Zudem laufen zahlreiche Zivilprozesse. Der Ex-Präsident und sein Anwaltsteam versuchen, die Verfahren mit allen Mitteln herauszuzögern, und waren damit teilweise auch schon erfolgreich.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In dem Schweigegeld-Prozess geht es um weniger schwerwiegende Vorwürfe als in den anderen Fällen. Experten zufolge ist es aber der Prozess, der womöglich als erster abgeschlossen werden könnte. Trump bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz.

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