Bauern lehnen Elefantenjäger als neuen Chef ab

Erfurt. Der Wechsel des bisherigen Abteilungsleiters Udo Wedekind des Umweltministeriums an die Spitze der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) stößt auf Widerstand.

Bauernpräsident Helmut Gumpert (re.) kritisiert die Personal-Entscheidung von Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU, li.). Foto: Marco Kneise

Bauernpräsident Helmut Gumpert (re.) kritisiert die Personal-Entscheidung von Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU, li.). Foto: Marco Kneise

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"Da wird der Bock zum Gärtner gemacht", kritisierte Thüringens Bauernverbandspräsident Helmut Gumpert die Versetzung des Beamten zur Landesanstalt. Der geplante Wechsel rufe den Unmut des gesamten Berufsstandes hervor.

"Die Berufung des nicht nur wegen der Elefantenaffäre umstrittenen Abteilungsleiters gefährdet das bundesweit hohe Ansehen der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in der Fachwelt und stellt die angewandte Forschung und das Versuchswesen in Frage", warnte Helmut Gumpert. "Dass der Minister schnell gehandelt hat, ist in Ordnung, aber er muss Schaden von der Landesanstalt für Landwirtschaft abwenden", forderte Helmut Gumpert im Namen des gesamten Thüringer Bauernverbandes.

Die landwirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Eleonore Mühlbauer, teilt die Kritik aus dem Thüringer Bauernverband an der Versetzung des Beamten. Für Führungsaufgaben in der Landesanstalt für Landwirtschaft sollte der Minister die entsprechenden fachlichen Qualifikationen aus dem Bereich Landwirtschaft voraussetzen, forderte Mühlbauer: "Die TLL taugt nicht als Verschiebebahnhof für Beamte, die sich selbst diskreditiert haben." So werde die Elefantenjäger-Affäre immer mehr zur Affäre Reinholz, so Mühlbauer.

Die geplante Besetzung des Chefpostens der Landesanstalt lasse bei Agrarwissenschaftlern und praktischen Landwirten die Alarmglocken schrillen", sagte die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Links-Fraktion im Landtag, Johanna Scheringer-Wright. Der frühere Leiter der Zen-tralabteilung des Ministeriums solle kommissarischer Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena werden, bestätigte Ministeriumssprecher Andreas Maruschke.

Diese Versetzung des Beamten sei keine Beförderung, betonte der Sprecher. Die Besetzung des Spitzenpostens einer Landesanstalt mit einem Juristen sei nichts Ungewöhnliches. So werde etwa die Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena ebenfalls von einem Juristen geleitet.

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