Björn Höcke hält sich trotz Hausverbots Teilnahme am AfD-Bundesparteitag offen

Berlstedt  Reist er nach Köln zum Bundesparteitag oder nicht? Björn Höcke hat in dem Tagungshotel ein Hausverbot. Davon zeigt er sich wenig beeindruckt und deutet an, dass er doch fahren wird. Von der Thüringer Basis bekam er 91 Prozent der Stimmen.

Der Landesvorsitzende der AfD in Thüringen, Björn Höcke (l), erhält zu seinem Geburtstag ein Präsent von Delegierten beim Landesparteitag der AfD am 01.04.2017 in Berlstedt (Thüringen). Der Parteitag wählt unter anderem die Delegierten für den AfD Bundesparteitag. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Bodo Schackow

Der Landesvorsitzende der AfD in Thüringen, Björn Höcke (l), erhält zu seinem Geburtstag ein Präsent von Delegierten beim Landesparteitag der AfD am 01.04.2017 in Berlstedt (Thüringen). Der Parteitag wählt unter anderem die Delegierten für den AfD Bundesparteitag. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Bodo Schackow

Foto: zgt

Thüringens umstrittener AfD-Landeschef Björn Höcke behält sich eine Teilnahme am Bundesparteitag in drei Wochen in Köln vor. In dem gebuchten Veranstaltungshotel hat er allerdings Hausverbot. «Ich gehe davon aus, dass der Bundesvorstand einen rechtskonformen Bundesparteitag organisieren wird», sagte Höcke am Samstag bei einem Landesparteitag in Berlstedt (Kreis Weimarer Land).

«Die Lage der Partei ist angespannt. Turbulenzen können möglich sein.» Deshalb könne es notwendig sein, dass er «persönlich auch mal in Köln oder bei den kommenden Parteitagen in den nächsten zwei Jahren die Stimme Thüringens» erheben müsse, sagte er.

Höcke bekommt 91 Prozent der Stimmen

Die Parteibasis stellte Höcke als einen von insgesamt 35 Delegierten für den Bundesparteitag in der Domstadt auf. Er bekam etwa 91 Prozent der Stimmen für sein Delegiertenmandat. Der Landesverband kann nach eigenen Angaben 21 Vertreter nach Köln schicken. Es wurden aber mehr Vertreter für den Fall nominiert, dass jemand etwa wegen Krankheit ausfallen sollte. Im Februar hatte Höcke noch gesagt: «Ich persönlich möchte den Bundesparteitag nicht platzen lassen und werde meine Teilnahme wohl nicht erzwingen.»

Wegen einer umstrittenen Rede zum deutschen Geschichtsverständnis hatte der AfD-Bundesvorstand Mitte Februar ein Ausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen. Ein entsprechender Antrag ging am Freitag per E-Mail beim Landesschiedsgericht ein. «Das weiß ich auch noch nicht genau, wie es weitergeht», sagte Höcke am Rande des Parteitags. Formal-juristisch sei noch kein gültiger Antrag eingegangen. Ein solcher müsse schriftlich und in dreifacher Form vorliegen.

Thüringer AfD-Chef warnt vor Spaltung der Partei

Zugleich warnte er seine Partei wenige Monate vor der Bundestagswahl vor einer Spaltung . Die Bundespartei werde nicht als Einheit wahrgenommen, stellte Höcke fest. «Es ist klar, dass nichts einer Partei mehr schadet mit Blick auf ihren Wahlerfolg als innere Zerrissenheit.» In der Parteispitze auf Bundesebene werde sehr viel über Personen geredet. «Es wird sehr viel Energie investiert in persönliche Befindlichkeiten», erklärte Höcke ohne Namen zu nennen.

Seine Partei benötige zudem mehr Bescheidenheit in ihrer Führung, forderte er. «Die AfD wird von den Bürgern nicht, zumindest noch nicht wegen ihrer prominenten Köpfe gewählt.» AfD-Bundeschefin Frauke Petry hatte sich in der Vergangenheit mehrfach von Höcke wegen umstrittener Äußerungen distanziert.

„Größer Feind der AfD ist AfD selbst“

«Alle sind ersetzbar», sagte der Landeschef. Unklar war, ob er sich damit auf Petry bezog. Sie hatte mit einem Interview am Freitag Spekulationen ausgelöst. «Weder die Politik noch die AfD sind für mich alternativlos», sagte die AfD-Bundeschefin dem Berliner «Tagesspiegel». Höcke kommentierte diesen Bericht vor Journalisten so: «Die Politik ist durchaus manchmal ein zehrendes Geschäft. Jeder von uns spürt auch mal eine Schwäche und Kraftlosigkeit.»

Auch aus Sachsen kam am Samstag ein Ruf zur Einheit. Auf einem Parteitag in Weinböhla riefen mehrere Perteimitglieder zur Geschlossenheit in den eigenen Reihen auf. «Grabenkämpfe und Egomanie» bestimmten das Bild der Partei seit Anfang 2017, sagte etwa die Polizistin Verena Hartmann, die auf Platz 9 der sächsischen Landesliste für die Bundestagswahl kam. «Aktuell ist der größte Feind der AfD die AfD selbst.»

Thüringer AfD-Chef Björn Höcke warnt seine Partei vor einer Spaltung

AfD-Bundesvorstand beantragt Parteiausschluss Höckes

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.