Björn Höcke zum Vorsitzenden der AfD-Landtagsfraktion gewählt

Erfurt. Der Thüringer Chef der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD), Björn Höcke, führt auch die Landtagsfraktion der Partei. Der 42-Jährige, der AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl war, wurde nach eigenen Angaben ohne Gegenstimme zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Björn Höcke (AfD) ist am Montag zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion seiner Partei gewählt worden. Foto: Hendrik Schmidt

Björn Höcke (AfD) ist am Montag zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion seiner Partei gewählt worden. Foto: Hendrik Schmidt

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"Wir wollen möglichst schnell arbeitsfähig werden", sagte Höcke am Montag in Erfurt. Mit Stefan Möller übernimmt der zweite AfD-Landessprecher die Aufgabe als Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion.

Die AfD, die zudem drei stellvertretende Fraktionsvorsitzende wählte, ist damit weniger als zwei Jahre nach der Parteigründung mit elf Abgeordneten in den Landtag eingezogen. Sie stellt im Thüringer Parlament die viertgrößte Fraktion mit nur einem Abgeordneten weniger als die SPD.

Einige AfD-Abgeordnete, die als Selbstständige arbeiten, wollen neben ihrem Landtagsmandat weiter in ihrem Beruf als Rechtsanwalt tätig sein. Höcke lässt nach eigenen Angaben seine Lehrertätigkeit in Hessen ruhen. "Wir verstehen uns selbstverständlich als Vollzeitparlamentarier", sagte er.

Vertreter der Fraktion kündigten einen Antrag an, nach dem die Funktionszulage für die Vizepräsidenten des Landtags künftig gestrichen werden soll. Jede Fraktion hat Anspruch auf einen Vizepräsidentenposten im Landtag. Zudem bekräftigte die AfD ihre Position, dass sie CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bei einer möglichen Wahl im Landtag nicht unterstützen werde. Lieberknecht bemüht sich um eine Neuauflage der Regierung mit der SPD.

Eine Wahl des Linken Bodo Ramelow, der derzeit mit SPD und Grünen ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis auslotet, schloss Höcke dagegen nicht grundsätzlich aus. "Das hängt von einigen Prämissen ab. Diese Frage müssen wir derzeit offen lassen", sagte der Fraktionschef.