Brandts Hauskauf soll Freundschaftsdienst gewesen sein

Nachdem bekannt wurde, dass das Bundeskriminalamt im Zusammenhang mit dem Polizistinnenmord in Heilbronn einen Hauskauf des Thüringer V-Mannes Tino Brandt untersucht, hat dieser am Donnerstag jegliche Verbindungen zu dem Fall zurückgewiesen.

Tino Brandt während der Razia im März - damals wurden Unterlagen beschlagnahmt. Foto: Marco Kneise

Tino Brandt während der Razia im März - damals wurden Unterlagen beschlagnahmt. Foto: Marco Kneise

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Rudolstadt. Er habe die Doppelhaushälfte in Hardthausen-Kochersteinsfeld nahe der Stadt Heilbronn zwar gekauft, diese jedoch nie genutzt, erklärte Brandt auf Anfrage unserer Zeitung. Vermutungen, wonach Mundlos, Bönhardt oder Zschäpe jemals dort übernachtet hätten, entbehrten ebenfalls jeder Grundlage, sagte Brandt weiter.

Fakt ist, dass der Rudolstädter das Gebäude 2004 bei einer Zwangsversteigerung erwarb, damals zahlte er rund 26.000 Euro in Bar an.

Bei dem Kauf könnte es sich jedoch um einen Freundschaftsdienst gegenüber dem Alteigentümer gehandelt haben, denn nach TA-Informationen nutzte Herwig L., der vorherige Besitzer der Immobilie, die Räumlichkeiten noch über einen längeren Zeitraum weiter. Und angeblich wollte L. auch den Restbetrag von 142.000 Euro begleichen. Überwiesen wurde die Summe jedoch nie.

Unternehmer Herwig L., ein gebürtiger Österreicher, lebte eine Zeit lang in Ostthüringen und hatte in Sonneberg eine Firma. Daher kannte er auch Tino Brandt.

Weil das Haus in Hardthausen nie bezahlt wurde, setzt die Bank einen Zwangsverwalter ein, der die Immobilie am 13. März 2008 wieder verkaufte. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Räumlichkeiten bereits längere Zeit leer gestanden haben.

Der damalige Verwalter aus Heilbronn, Gerhard Schmidberger, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung den Vorgang. Es gebe keinen Hinweis, dass jemand außer den bekannten Personen in dem Haus gewohnt habe, erklärte Schmidberger.

Als Ermittler im März die Wohnung von Brandt in Rudolstadt durchsuchten, fanden sie Hinweise auf das Haus in Hardthausen. Da der Ort nur wenige Kilometer von Heilbronn entfernt liegt, wo im April 2007 die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter erschossen wurde, begannen die Beamten zu ermitteln.

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