Bürgerbündnis vor dem Rathaus

Sömmerda  NPD/Thügida konnte nächtliche Kundgebung nicht wie gewollt abhalten. Polizei nahm vier Personen in Gewahrsam

Herz statt Hetze in Sömmerda - Gegendemo vor dem Rathaus. Foto: Ina Renke

Herz statt Hetze in Sömmerda - Gegendemo vor dem Rathaus. Foto: Ina Renke

Foto: zgt

Vier Stunden waren am Montag Menschen auf den Beinen, um ihre Meinung Kund zu tun. NPD und Thügida hatten den Böblinger Platz als Ausgangsort für ihre Demo gewählt, das Bürgerbündnis für einen toleranten Landkreis den Obermarkt und die Kirche.

Zwischen beiden Gruppierungen bewegte sich eine dritte, die ihrerseits Veranstaltungen gegen NPD/Thügida in der Frohndorfer und Lessingstraße sowie am Brunnenplatz angemeldet hatte. Die letzten beiden wurden, so Michael Rothe, der die Polizeiinspektion Sömmerda leitet, wieder abgemeldet. Die Polizei habe die Gruppe an der Bahnunterführung in der Kölledaer und Langen Straße darauf hingewiesen, das eine Spontandemo nicht zulässig ist. Für die Teilnehmer der Sitzblockade in der Langen Straße wurde ein Platzverweis ausgesprochen.

Insgesamt gab es am Montag vier Festnahmen: die eines Teilnehmers der Sitzblockade, die von zwei Männer, die sich lautstark und unflätig mit der Polizei anlegten und die eines Messerstecher. „Der 17-Jährige hat nach 22 Uhr, also nach der Veranstaltung, in einem Asia-Imbiss der Kölledaer Straße einen 24-Jährigen mit dem Messer attackiert“, so Michael Rothe.

Das gestrige Fazit des Polizeichefs: „Für Sömmerda war das schon eine große Sache. Das sagte mir auch die Bereitschaftspolizei. Das Aktionsbündnis war sehr diszipliniert. Wie die Menschen mit ihren Kerzen vor dem Rathaus standen, das wurde erkannt und akzeptiert“.

Eine sensible Situation sei nur einmal entstanden, als aus den Reihen des Bürgerbündnis der Vorschlag laut wurde, dem Zug von NPD und Thügida in der Marktstraße entgegen zu gehen. Die Polizei baute mit ihren Fahrzeugen eine Sperre.

Glockenläuten, Pfiffe, Buhrufe übertönten die NPD/Thügida-Redner, die mit ihren Anhängern nicht vor das Rathaus kamen. Philipp Rethberg, der Sömmerdaer NPD-Stadtrat, war wohl dennoch zufrieden als er am Ende (22 Uhr) rief: „Ich liebe Sömmerda. Ich liebe euch alle.“

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