Bürgerinitiative gegen Erdgas-Fracking gegründet

Seit gestern Abend gibt es auch aus dem Bereich Mittel- und Nordthüringen Widerstand gegen nicht kalkulierbares Aufspüren von Bodenschätzen

In der Diskussion sprach sich Dorothea Marx wie ihr Landtagskollege Frank Weber (r.) gegen Fracking aus. Mit dabei war Christopher Harsch von den Jusos. Foto: Ina Renke

In der Diskussion sprach sich Dorothea Marx wie ihr Landtagskollege Frank Weber (r.) gegen Fracking aus. Mit dabei war Christopher Harsch von den Jusos. Foto: Ina Renke

Foto: zgt

Sömmerda. Rund 20 Bürger haben gestern Abend im Hotel "Erfurter Tor" die Bürgerinitiative "Kein Fracking in Mittel- und Nordthüringen" gegründet. Dazu eingeladen hatten die beiden Landtagsabgeordneten der SPD, Dorothea Marx (Kyffhäuserkreis) und Frank Weber (Landkreis Sömmerda). Gekommen waren unter anderem SPD-Bundestagsabgeordneter Steffen-Claudio Lemme, die Kreistagsabgeordnete der Grünen, Karin Kuhl, und der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes, Detlev Schneider.

Bereits im September 2012, so informierte der Abgeordnete Weber, habe es bei einer Veranstaltung im Kyffhäuserkreis Zustimmung zum Vorsatz gegeben, eine solche Initiative zu gründen. "Das hat für uns nichts mit Wahlkampf oder Profilierung zu tun, denn im Landtag gibt es quer durch alle Fraktionen eine Ablehnung gegenüber Hydraulic Fracturing."

Er zeigte auf, wo er die Probleme sieht, wenn in großen Tiefen Gestein mit Hilfe von Wasser und Chemikalien aufgebrochen wird, um Schiefergas zu gewinnen. "Das Schlimmste wäre, dass unser Grundwasser verschmutzt wird. Keiner kann genau sagen, was da passiert. Von den Bohrungen 2008 in Damme in Niedersachsen wissen wir, dass in zwei Jahren 12 Millionen Liter Fracking-Flüssigkeit in die Erde gepumpt wurde, davon waren 24 000 Liter reine Chemikalien."

Frank Weber verwies aber auch auf das Problem der Haftung. "Im Schadensfall, wenn das Grundwasser verseucht ist und die Häuser Risse haben, muss der Eigentümer nachweisen, dass tatsächlich das Fracking die Ursache ist. Und das wird sehr schwer werden."

In der Diskussion wurde deutlich, dass es jetzt wichtig sei, Bürgerinitiativen zu gründen, die eng zusammenarbeiten. Wie Teile des Weimarer Landes, des Erfurter Umlandes, des Unstrut-Hainich und des Kyffhäuserkreises liegt der Landkreis Sömmerda im Aufsuchungsgebiet, das den Namen "Seeadler" bekam. "Es gibt bereits Bürgerinitiativen im Weimarer Land, im Unstrut-Hainich-Kreis und im Wartburgkreis. Gemeinsam sagen wir: Mit uns nicht! Kein Gift in unsere Erde!", so Frank Weber.

Frank Deutsch, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt kündigte an, dass die betroffenen Mitgliedsorte Haßleben, Schwerstedt, Henschleben und Riethnordhausen keine Erkundung auf ihrem Territorium zulassen. "Am Montag macht der Gemeinderat von Haßleben den Anfang", versicherte Deutsch.

Zu den Kommentaren