Daniel Schultheiß ist neuer Oberbürgermeister von Ilmenau

Ilmenau  Der von SPD, Grünen und zwei Bürgerbündnissen unterstützte Medienwissenschaftler Daniel Schultheiß ist nach dem vorläufigen Endergebnis neuer Oberbürgermeister von Ilmenau. Er setzte sich am Sonntag mit über 50 Prozent deutlich gegen den CDU-Landtagsabgeordneten und einen parteilosen Kandidaten durch.

Daniel Schultheiß ist neuer Oberbürgermeister von Ilmenau. Er wurde von Linke, SPD, Grüne, Bürgerbündnis Ilmenau und der Wählervereinigung Pro Bockwurst unterstützt und setzte sich gegen den Kandidaten von CDU und FDP durch.

Daniel Schultheiß ist neuer Oberbürgermeister von Ilmenau. Er wurde von Linke, SPD, Grüne, Bürgerbündnis Ilmenau und der Wählervereinigung Pro Bockwurst unterstützt und setzte sich gegen den Kandidaten von CDU und FDP durch.

Foto: arifoto UG / dpa

Die Bewohner Ilmenaus haben am Sonntag einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Mit 51.4 Prozent bzw 7378 Stimmen gewann der 38-jährige Schultheiß (Linke, SPD, Grüne, Bürgerbündnis Ilmenau und Wählervereinigung Pro Bockwurst) gleich im ersten Anlauf mit absoluter Mehrheit die Wahl.

In einem ersten Statement sagte Schultheiß unserer Zeitung: „Das einzige Wort, das das beschreibt ist - Wahnsinn. Er bezeichnete die Wahl zum Oberbürgermeister als „die größte Herausforderung meines Lebens, die ich bereit bin, einzugehen“.

Der von FDP und Freien Wählern unterstützte CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Bühl kam auf 40,9 Prozent bzw. 5872 Stimmen . Der parteilose Sparkassenbetriebswirt Stefan Sandmann holte 7,7 Prozent oder 1106 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 Prozent. 29 531 Personen waren wahlberechtigt.

Ab 8 Uhr öffnen die Wahllokale, hieß es aus der Stadtverwaltung. Bis 18 Uhr hatten die Wahlberechtigten die Insgesamt sind laut Stadt rund 30.000 Ilmenauer wahlberechtigt. Etwa 3000 von ihnen hatten Briefwahl beantragt.

Auf der Facebook-Seite der Stadt Ilmenau wurde das Ergebnis aktuell gezeigt.

ABC zur Oberbürgermeisterwahl in Ilmenau: Von A wie Abgeordneter bis Z wie zugelassen

Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters von Ilmenau war am Sonntag eher verhalten angelaufen. So lautete eine erste vorläufige Einschätzung aus den Wahlbüros. Demnach sei die Wahlbeteiligung am Vormittag eher niedrig gewesen. Gegen 16.30 Uhr hatten durchschnittlich 48 Prozent aller Stimmberechtigten gewählt. Besonders stark waren dabei die Ortsteile wie Unterpörlitz oder Heyda mit 67 Prozent.

Seit Sommer kein Bürgermeister mehr in Ilmenau

Im Sommer wechselte Kay Tischer (SPD) vom Bürgermeisterposten als Beigeordneter in den Kreistag des Ilmkreises. Seither leitet der frühere langjährige CDU-Oberbürgermeister, Gerd-Michael Seeber, die Geschäfte Ilmenaus als Beauftragter. Die OB-Neuwahl wurde nach Angaben der Stadt relativ spät gesetzt, um nach freiwilligen Fusionen von Nachbargemeinden mit der Stadt möglichst vielen Neubürgern Stimmabgaben zu ermöglichen.

Erstmals konnten damit auch die Bewohner der Orte Langewiesen, Oehrenstock, Gehren, Möhrenbach, Jesuborn, Gräfinau-Angstedt, Wümbach, Bücheloh und Pennewitz über den neuen Chef im Ilmenauer Rathaus entscheiden. Wegen der Eingemeindungen im Sommer wurde die Abstimmung von der Landratswahl im Frühjahr abgekoppelt und auf den 21. Oktober vorschoben. Eine Besonderheit gab es in Langewiesen und Oehrenstock: Hier wurde auch über den künftigen Ortsteilbürgermeister abgestimmt. Doch die Einbeziehung der neuen Ortsteile in die Oberbürgermeisterwahl war offensichtlich nicht für alle Stimmberechtigten von Relevanz: Bis auf Oehrenstock mit 60 Prozent oder Bücheloh mit 55 Prozent blieb die Wahlbeteiligung in den neuen Stadtgebieten zum Teil weit unter 40 Prozent.

In einer ersten Stellungnahme gratulierte Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders (Die Linke) Daniel Schultheiß. „Das war ein klares und eindeutiges Ergebnis. Ich schätze ihn als eine ehrliche und aufrichtige Persönlichkeit. Mit diesem Wahlergebnis haben ihm die Ilmenauerinnen und Ilmenauer ein hohes Vertrauen ausgesprochen, das nun im wahrsten Sinne des Wortes auf seinen Schultern liegt.“