Debatte bis tief in die Nacht bei der CDU im Kyffhäuserkreis

Sondershausen. Bis spät in die Nacht debattierte am Montag die Unionsfraktion im Kreistag hinter verschlossenen Türen darüber, wer ihr Kandidat für das Amt des stellvertretenden Landrats werden soll. Eine Probeabstimmung war ursprünglich geplant, bis zum Redaktionsschluss um 23 Uhr lag allerdings

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Sondershausen. Bis spät in die Nacht debattierte am Montag die Unionsfraktion im Kreistag hinter verschlossenen Türen darüber, wer ihr Kandidat für das Amt des stellvertretenden Landrats werden soll. Eine Probeabstimmung war ursprünglich geplant, bis zum Redaktionsschluss um 23 Uhr lag allerdings noch kein Ergebnis vor. Im Vorfeld war darüber spekuliert worden, welcher der beiden aussichtsreichsten Kandidaten - Jens Krautwurst aus Sondershausen und Henry Hunger aus Bad Frankenhausen - das Rennen machen wird. Derweil formierte sich im Vorfeld der Sitzung innerhalb der Union der Widerstand gegen Jens Krautwurst. Senioren-Union und Junge Union meldeten sich in einem gemeinsamen Schreiben zu Wort. Sie kritisieren Krautwursts Schritt an die Öffentlichkeit.

Er hatte sich im Gespräch mit unserer Zeitung offiziell dazu bekannt, sich um den Posten des stellvertretenden Landrats bewerben zu wollen. Zeitgleich hatte er berichtet, dass er sowohl vom CDU-Kreis- und Fraktionsvorsitzenden Maik Göllert als auch Helbedündorfs Bürgermeister Jörg Steinmetz unterstützt werde. Ein Vorgehen, dass Teile der Union aufgebracht hat. So schreiben Annika Böttcher, Kreisvorsitzende der Jungen Union, und Eckehard Heiduschka von der Senioren-Union, dass "diese Privatvorstellung einer innerparteilichen Personaldebatte nicht sonderlich dienlich" sei. "Es verwundert schon, dass Herr Krautwurst mit seiner öffentlich gemachten Bereitschaft die Gremien der Union unter Druck setzt", wird Annika Böttcher in dem Brief zitiert.

Die von ihm proklamierte Geschlossenheit sei gerade durch seine medienwirksame Bewerbung untergraben worden. "Herr Krautwurst hat der Union einen Bärendienst erwiesen. Einigen wir uns nach fachlichen Eignungen auf ihn, entsteht trotzdem der Eindruck, wer am lautesten ruft, bekommt den Posten. Einigen wir uns auf einen der anderen respektablen Kandidaten, wird unser Kreisvorsitzender Maik Göllert, den Herr Krautwurst hinter sich weiß, zusätzlich geschwächt", so Böttcher weiter.

Dabei stünden der CDU im Kyffhäuserkreis einige geeignete Kandidaten zur Wahl, die allesamt fachlich überzeugen könnten. Genannt wurde Henry Hunger aus Bad Frankenhausen, aber auch Stefan Schard, Hauptamtsleiter in Sondershausen, Kreismusikschulchef Matthias Deichstetter und Silvana Schäffer aus Bad Frankenhausen. Die letzten drei seien "junge Gesichter der CDU mit bester beruflicher Qualifizierung, die zeigen, dass junge Menschen hier Perspektiven haben und zum Teil mit kommunalpolitischer Erfahrung bzw. Verwaltungserfahrung aufwarten können."

Auch der Vorsitzende der Senioren Union, Eckehard Heiduschka, zeigt sich verwundert. "Fachlich kann ich Jens Krautwurst nichts absprechen. Ich ärgere mich nur, dass er nun auf einmal medienwirksam Verantwortung übernehmen will. Als ihm der Ortsverband Artern die Bürgermeisterkandidatur angetragen hat oder der Kreisverband auf ihn zählte, zog er sich aus der Verantwortung." Beide Vereinigungsvorsitzenden sprechen sich dafür aus, dass der CDU-Kreisvorstand bei der Nominierung darauf achten möge, "den Spagat zwischen Ost und West, Jung und Alt, Kreistagserfahrung und frischem Wind zu versuchen."

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