Debatte um Transfergesellschaften bei Sondersitzung zur Autobranche

Erfurt.  Viele Jahre war die Autoindustrie Thüringens eine Vorzeigebranche. Jetzt bricht ihr Umsatz dramatisch ein. Die Politik ist alarmiert – und streitet darüber, wie sie helfen soll.

Wolfgang Tiefensee (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen, sitzt im Plenarsaal beim Sonderplenum des Thüringer Landtags zur Automobilindustrie.

Wolfgang Tiefensee (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen, sitzt im Plenarsaal beim Sonderplenum des Thüringer Landtags zur Automobilindustrie.

Foto: Bodo Schackow / dpa

In Thüringen hat die oppositionelle CDU-Fraktion ihre Bereitschaft erklärt, nach der Schließung von Automobil- und Zulieferunternehmen notfalls Transfergesellschaften zu unterstützen. Zugleich bekräftigte die Fraktion am Mittwoch im Landtag ihre Forderung nach einem Autogipfel.

Die Sondersitzung war von der AfD beantragt worden. Deren Fraktionschef Björn Höcke verlangte ein Bekenntnis zum Verbrennungsmotor. Investitionen in Elektromobilität seien Steuergeldverschwendung, erklärte er.

Tiefensee: Thüringen Vorreiter bei Batterieforschung

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) betonte, dass das Land unter anderem bei der Batterieforschung in Hermsdorf und Jena mit an der Spitze des Transformationsprozesses stehe. Nahe Arnstadt errichtet der chinesische Marktführer CATL gerade ein großes Werk.

Die Automobil- und Zulieferbranche beschäftigt in Thüringen rund 16.000 Menschen. Im ersten Halbjahr war der Umsatz um etwa ein Drittel eingebrochen. Mehrere Unternehmen wollen ihre Standorte schließen, darunter Continental in Mühlhausen, Eaton in Nordhausen, JD Norman nahe Eisenach und Norma im eichsfeldischen Gerbershausen.

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