Demo in Erfurt: Thüringer AfD lädt Pegida und umstrittenen Rapper ein

Erfurt  Nachdem die AfD mehrere Monate nicht vor dem Erfurter Dom demonstriert hat, wird sie bei der Kundgebung am kommenden Mittwoch weiter gehen als in der Vergangenheit.

ADie Thüringer AfD will wieder vor dem Dom in Erfurt demonstrieren – und holt sich Unterstützung bei Pegida und von dem umstrittenen Rapper Chris Ares. Archivfoto: Martin Schutt

ADie Thüringer AfD will wieder vor dem Dom in Erfurt demonstrieren – und holt sich Unterstützung bei Pegida und von dem umstrittenen Rapper Chris Ares. Archivfoto: Martin Schutt

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Die Thüringer AfD will erneut vor dem Erfurter Dom Menschen versammeln. Am kommenden Mittwoch, 18. Mai, ruft die Partei zu einer Kundgebung auf – das Motto: „Unser Land, unsere Kultur, unsere Entscheidung!“

Nachdem die AfD nun mehrere Monate darauf verzichtet hatte, Kundgebungen vor dem Dom abzuhalten, wird sie bei dieser Veranstaltung wohl weiter gehen als in der Vergangenheit. Dass mit dem Sprecher des Bremer AfD-Landesverbandes, Frank Magnitz, ein Redner aus einem anderen Bundesland angekündigt ist, überrascht nicht. Allerdings soll diesmal auch ein Vertreter der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung aus Dresden vor dem Dom das Wort ergreifen. Wer das sein wird, darüber steht in der Mitteilung des AfD-Landesverbandes nichts.

Pegida-Gründer Lutz Bachmann war jüngst wegen Volksverhetzung vom Amtsgericht Dresden zu einer saftigen Geldstrafe von 9600 Euro verurteilt worden. Die Richter hatten seinerzeit keinen Zweifel daran, dass Bachmann Flüchtlinge auf seiner Facebook-Seite als „Viehzeug“ und „Gelumpe“ bezeichnet hat. Die Richter sahen es ebenso als erwiesen an, dass Bachmann das Vergehen gestanden hat. Er war auf einer Pegida-Veranstaltung von allen Ämtern zurückgetreten und entschuldigte sich für diese Äußerungen. Bachmann selbst bestritt in dem Gerichtsverfahren allerdings, dass die Kommentare von ihm stammten.

Das der Thüringer AfD-Landesverband nun noch stärker die Nähe zu Pegida sucht, wundert indes nicht. Schließlich hatte AfD-Landeschef Björn Höcke vor einigen Wochen beim Parteitag in Arnstadt Pegida als eine „Vorfeldorganisation der AfD“ bezeichnet und den Sympathisanten gedankt. Auch Höcke wird kommenden Mittwoch vor dem Dom sprechen. Bevor allerdings Redner ans Pult treten, wird Rapper Chris Ares bereits um 17 Uhr auftreten. Ares war in den vergangenen Monaten mit rechtspopulistischen Texten in der Szene immer stärker in den Blickpunkt gerückt.

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