Diskussion um Maskenpflicht in Thüringen

Erfurt .  Der Vorstoß von Jena bei der Maskenpflicht kommt in Thüringen nicht überall gut an. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) plädiert für einheitliche Regelungen.

In Jena müssen auch Kunden jetzt in Supermärkten Schutzmasken tragen. (Symbolbild)

In Jena müssen auch Kunden jetzt in Supermärkten Schutzmasken tragen. (Symbolbild)

Foto: Robert Michael / dpa

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Die Thüringer Landesregierung hält eine Schutzmaskenpflicht zurzeit nicht für den richtigen Weg im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Bei allen Einschränkungen, die wir den Menschen im Moment zumuten müssen, sollten zumindest überall in Thüringen die gleichen Regeln gelten. Alles andere ist schwer zu erklären. Eine Maskenpflicht halte ich im Moment nicht für sinnvoll. Das vermittelt ein falsches Gefühl von Sicherheit“, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) im Gespräch mit dieser Zeitung. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Als wahrscheinlich erste größere deutsche Stadt verpflichtet Jena seine Bürger, in Supermärkten, Bussen und Bahnen gegen die Corona-Pandemie Schutzmasken zu tragen.

Masken, die wirklichen Schutz böten, seien nicht in ausreichender Menge verfügbar, um weite Teile der Bevölkerung auszurüsten, erklärte der Leiter des Schleizer Pandemiestabes, Torsten Bossert. Medizinisches Personal solle Vorrang haben. Wer die Abstandsregel von mindestens eineinhalb Metern einhalte, brauche keinen Mundschutz, sagte Bossert.

Geteilte Meinungen über Maskenpflicht in den Kommunen

Die Beschaffung der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ist für den Freistaat momentan eines der drängendsten Probleme. Insgesamt hat das Land nach Angaben Werners für rund elf Millionen Euro PSA und Desinfektionsmittel geordert, darunter mehr als vier Millionen Masken unterschiedlicher Schutzklassen.

Das sei der für die kommenden vier Wochen kalkulierte Bedarf. Da dies nicht reiche, werde man weiter bestellen, kündigte die Ministerin an. Zusätzlich gebe es umfangreiche Lieferungen durch den Bund.

Das Gesundheitsressort kümmere sich insbesondere um die Ausrüstung der Krankenhäuser und Labore, der stationären und ambulanten Pflege und des öffentlichen Gesundheitsdienstes (beispielsweise Amtsärzte). Für Rettungsdienste – ebenso wie Polizei und Feuerwehr – sei das Innenministerium zuständig

Lieferung von 120.000 Mundschutzmasken für Thüringen
Lieferung von 120.000 Mundschutzmasken für Thüringen

Der Landkreis Nordhausen will dem Vorstoß Jenas folgen, der Saale-Orla-Kreis dagegen, wo Anfang März der erste Thüringer Corona-Fall bestätigt wurde, nicht. Skeptisch zeigte man sich im Kreis Greiz, der wie Jena zu den Thüringer Corona-Brennpunkten zählt.

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