Ein Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts

Waltershausen  Hans Anhöck aus Waltershausen ringt weiter darum, dass die Politik den 17. Juni dafür bestimmt

Hans Anhöck zeigt einen der Briefe, die er aus dem Bundespräsidialamt bekommen hat. Foto: Ute Rang

Hans Anhöck zeigt einen der Briefe, die er aus dem Bundespräsidialamt bekommen hat. Foto: Ute Rang

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„Er hat nicht persönlich geantwortet, obwohl ich Wert darauf gelegt habe.“ Hans Anhöck (81) ist etwas enttäuscht von Bundespräsident Joachim Gauck.

Es geht um ein wichtiges Thema, es geht darum, wie der 17. Juni aus der Erinnerungsreserve herausgeholt werdenkann. Und es geht darum, den 17. Juni zum Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts zu machen.

Am 17. Juni 1953 war Hans Anhöck ein Chemiestudent im Berufspraktikum und das nicht irgendwo. Das Praktikum hatte ihn in die Chemieregion um Bitterfeld und Wolfen und damit mitten in das Aufstandszentrum dieses Tages geführt. Seine Erinnerungen sind längst in das Archiv der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eingegangen.

Doch die Sache an sich hat den Mann längst nicht los gelassen. Der Pensionär aus Waltershausen war vor zwei Jahren zur Gedenkstunde des Bundestages im 60. Jahr nach dem Aufstand von 1953 geladen und unmittelbar im Anschluss zu einer Gesprächsrunde mit dem Bundespräsidenten. An ihn also wandte er sich nun im Februar 2015 mit dem Ansinnen, diesen Feiertag zu ermöglichen.

In einer ersten Anwort schrieb Henning Penselin vom Referat für Verfassung und Recht im Bundespräsidialamt an Hans Anhöck: Ihre mögliche Erwartung, dass sich der Herr Bundespräsident für einen solchen Gedenktag einsetzt, muss ich leider enttäuschen. Vorschläge nach neuen Feier- und Gedenktagen beantwortet er . . . generell zurück haltend.

Nun verwies der Leiter des Referats für Verfassung und Recht im Bundespräsidialamt darauf, dass das Thema Gedenktage bekannt sei und man beim SED-Unrecht davon ausgehen muss, dass es vordringlich für die ostdeutschen Bundesländer interessant ist. Hans Anhöck hat das zur Kenntnis genommen und sich an den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, an Mike Mohring gewandt.

Er bekam eine ausführliche Antwort. Darin steht unter anderem: „Wenn erstmals Gedenktage in das Thüringer Feiertagsgesetz eingeführt werden, dann sollten sie den langen, opferreichen Weg zur Demokratie umfassend erzählen und nicht nur ein einzelnes Datum heraus heben. . . Nebem dem von RotRot-Grün vorgesehenen 8. Mai sollen nach dem Willen der Union auch folgende Tage aufgenommen werden: Der 18. März als Tag der Parlamentarischen Demokratie, der 17. Juni als Gedenktag für die Opfer der SED-Diktatur und der 25. Oktober als Tag der Verfassung des Freistaates Thüringen und des Thüringer Landtages.“

Mohring plädiert für einen „nationalen Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts“. Damit entfernt er sich zwar vom Bundespräsidenten, aber er ist nah bei Hans Anhöck.

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