Eintrittspreis-Erhöhung im Erfurter Zoo soll 300.000 Euro einbringen

Erfurt. Die amtierende Zoodirektorin und Dezernentin Kathrin Hoyer (Grüne) hat die geplante Preiserhöhung im Zoo verteidigt. "Die neuen Preise sind mehr als angemessen für das, was dort geboten wird", sagte sie. Die Preise lägen im Mittelfeld vergleichbarer Zoos.

Dezernentin Kathrin Hoyer verteidigt die Preiserhöhung im Erfurter Zoo. Ein Aufschub der Investitionen bedroht die Giraffenhaltung. Archiv-Foto: Susann Fromm

Dezernentin Kathrin Hoyer verteidigt die Preiserhöhung im Erfurter Zoo. Ein Aufschub der Investitionen bedroht die Giraffenhaltung. Archiv-Foto: Susann Fromm

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Den Stadtrat erst zwei Wochen vor dem geplanten Inkrafttreten darüber abstimmen zu lassen, nannte Hoyer ein "übliches Verfahren". In Vertretung des noch nicht gebildeten Werkausschusses werde der Hauptausschuss die Vorlage beraten.

Gegenüber TA hatten allerdings sämtliche Fraktionen Diskussionsbedarf angemeldet. Mehrheitlich sprachen sie sich gegen die drastische Erhöhung aus und kritisierten, dass die für März angekündigte Vorlage erst jetzt vorliegt. Die Opposition argwöhnte, dass die Vorlage bewusst bis nach der Kommunalwahl zurückgehalten worden sei.

Hoyer warnt vor Vertagung

Hoyer warnt nun vor einer Vertagung. Stimme der Stadtrat der Erhöhung zum August nicht zu, werde der Wirtschaftsplan verfehlt. "Jeder Stadtrat hat die Wirtschaftspläne gelesen und weiß, dass die Preiserhöhung kommen muss", meinte Hoyer.

Der Eintritt soll für Erwachsene von 7 Euro auf 11 Euro, für Kinder und andere Ermäßigungsberechtigte von 3,50 Euro auf 7 Euro und für Familien von 17,50 Euro auf 29 Euro steigen. Kita-Gruppen können den Zoo weiterhin kostenfrei besuchen. Ein Zoo-Besuch bleibt zudem Teil des Erfurter Familienpasses.

Der Wirtschaftsplan sieht für dieses Jahr höhere Einnahmen von 300.000 Euro gegenüber 2012 vor. Diese sollen aus den steigenden Preisen und dem erhofften Andrang auf die Elefantenanlage resultieren. Im kompletten nächsten Jahr wird eine weitere Steigerung um 130.000 auf 2,3 Millionen Euro erwartet. Der jährliche Zuschuss aus dem Stadthaushalt an den Zoo beträgt 3,069 Millionen Euro.

Hoyer bestätigte, dass der Finanzexperte und frühere CDU-Stadtrat Andreas Huck seit 1. Juli und bis Ende des Jahres die Bilanzen des Zooparks überprüft. Ziel sei, der künftigen Zoodirektorin Sabine Merz bei ihrem Amtsantritt im Oktober einen guten Überblick über die Situation geben zu können.

Bei Huck handle es sich aber nicht um einen Ersatz für den zweiten Werkleiter, betonte Hoyer, die sich für die Wiederinstallierung des von Kölpin abgeschafften zweiten Werkleiters einsetzt. Ein entsprechender Antrag der Verwaltung wurde im Mai vom Stadtrat vertagt.

Pläne für Tigeranlage und Asiensteppe

Aussagen zur tatsächlichen Finanzsituation kann Huck laut Hoyer noch nicht treffen. Doch schätzen Beobachter die Lage als wenig rosig ein.

Unabhängig von der Preiserhöhung wird bereits offen darüber gesprochen, dass geplante Investitionen aufgeschoben werden sollen. Der Aufschub beträfe zuerst den zweiten Bauabschnitt der Afrikasavanne. Dabei soll das bisherige Elefantenhaus für die Giraffen als künftige Bewohner umgebaut und mit der Savanne verbunden werden.

Von den geplanten 2 Millionen Euro sollten schon in diesem Jahr 300.000 Euro verbaut werden. Die Maßnahme duldet eigentlich keinen Aufschub: Die derzeitige Giraffenhaltung widerspricht den EU-Richtlinien.

Für 2017/18 sieht der Wirtschaftsplan eine neue Schwarzbärenanlage für 550.000 Euro vor. Nach 2018 sollen noch eine Tigeranlage (750.000 Euro), eine Anlage für Tapire und Klammeraffen (1 Million Euro) und eine Asiensteppe (850.000 Euro) das Konzept "Zoo der großen Tiere" weiterführen.

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