Einzelhandelsgeschäfte dürfen in Thüringen erst ab 27. April öffnen

Erfurt .  In Thüringen dürfen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 800 Quadratmetern erst ab dem 27. April öffnen. Die Landesregierung begründet die spätere Öffnung mit der nötigen Vorbereitungszeit.

Blick in die Löbderstraße im Jenaer Stadtzentrum.

Blick in die Löbderstraße im Jenaer Stadtzentrum.

Foto: Tino Zippel

Thüringen wird die Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 800 Quadratmetern erst ab dem 27. April gestatten. So sieht es der Kabinettsbeschluss vom Mittwochabend vor. Damit weicht die Landesregierung von der mit dem Bund und den anderen Ländern getroffenen Verabredung ab, die Läden schon ab kommendem Montag zu öffnen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Es geht nicht um Shopping-Vergnügen, sondern um Gesundheitsschutz – und den müssen die Läden gewährleisten“, begründete die stellvertretende Regierungssprecherin Marion Wermann die spätere Öffnung. „Dafür brauchen die Einzelhändler ein paar Tage.“ Hinzu komme, dass auch die Kindernotbetreuung für die Verkäuferinnen und Verkäufer angepasst werden müsse. Auch die Kommunen benötigten Zeit, sich auf den stärkeren Kundenbetrieb in den Innenstädten zu wappnen.

„Für diese Vorbereitungen ist eine Woche Zeit eine gute Ausgangsbasis“, sagte Wermann. „Es geht weiterhin um Gründlichkeit vor Geschwindigkeit.“ Ob Einkaufszentren mit Einzelläden von weniger als 800 Quadratmetern öffnen können, ist laut der Vizeregierungssprecherin noch nicht entschieden. Die neue Rechtsverordnung, die alle Details der Lockerungen regle, werde jetzt in Arbeitsgruppen entschieden und am Freitag vom Kabinett beraten, sagte Wermann.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte am Mittwochabend vor Drängelei und Warteschlangen gewarnt. Die Geschäfte müssten garantieren, dass sich pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde im Geschäft befinde, sagte er. Zudem gebe es die „dringende Empfehlung“, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Eine Pflicht – wie sie es bereits in Jena und im Landkreis Nordhausen gibt – soll landesweit aber nicht eingeführt werden.