„Einziger legitimer Ministerpräsident“ - Kritik nach Kemmerich-Auftritt bei Demo

Gera  Thomas Kemmerich (FDP) wehrt sich gegen Vorwürfe wegen seines Auftritts bei einer Demo in Gera. Seine Vorstellung als „einziger legitimer Ministerpräsident“ ließ er jedoch unwidersprochen.

Kemmerich hatte sich im Februar mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen. (Archivfoto)

Kemmerich hatte sich im Februar mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen. (Archivfoto)

Foto: Michael Reichel / dpa

Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich steht wieder in der Kritik – weil er an einer Demo in Gera teilnahm, in deren Schatten offenbar Reichsbürgerfans die Strippen zogen. Und bei der die AfD nicht weit weg war.

Jetzt muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, mit Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretikern marschiert zu sein und erneut keine Distanz zur AfD gewahrt zu haben, was gerade in Thüringen immer wieder für Aufsehen sorgt.

Kemmerich bei Demo

Denn der Landesverband der AfD steht im Visier des Verfassungsschutzes und, soviel zur bekannten Vorgeschichte, Kemmerich hatte sich im Februar mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen, was Deutschlandweit für Kritik sorgte. Bei einer neuerlichen Wahl Anfang März wurde dann Bodo Ramelow (Linke) zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt.

Kemmerich trat bei der Demonstration in Gera auch als Redner auf und wurde von Demo-Initiator Peter Schmidt als „einziger legitimer Ministerpräsident“ vorgestellt. Der Ex-Ministerpräsident gab dazu keinen Kommentar und ließ seine Vorstellung unwidersprochen, bevor er mit seiner Rede begann.

Kemmerich hatte seine Teilnahme an der Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen verteidigt. „Warum ich in #Gera war? Weil ich nicht will, dass Teile der Mittelschicht mit ihren Sorgen von der AfD vereinnahmt werden“, schrieb er am Montag bei Twitter. Er sei an dem Tag wegen seiner Distanz zu den Rechten „niedergebrüllt“ worden, schrieb der 55-Jährige.

Kemmerich gab zu, nicht durchgängig seinen Mundschutz getragen zu haben. „Dies würde ich beim nächsten Mal anders machen“, schrieb er.

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