Eisenach: Am Rothenhof beklagen sich Anwohner über neuen Mobilfunkmast

Eisenach  Die Bauverwaltung habe kein Ermessensspielraum, heißt es aus dem Rathaus. Eine Reihe von Widersprüchen sei eingegangen.

Gut 46 Meter hoch ist der Sendefunkmast der Deutschen Telekom, der gerade auf dem Rothenhof auf privatem Grund errichtet wurde. Foto: Jensen Zlotowicz

Gut 46 Meter hoch ist der Sendefunkmast der Deutschen Telekom, der gerade auf dem Rothenhof auf privatem Grund errichtet wurde. Foto: Jensen Zlotowicz

Foto: zgt

Einige Anwohner in der Oststadt in Eisenach sind sauer. Im Bereich Rothenhof, unweit von dort, wo der Radweg an der Bahnlinie beginnt, wurde auf einem privaten Grundstück von einer Firma ein 46,5 Meter hoher Funkmast im Auftrag der Telekom errichtet. Was Anwohnern vor allem missfällt, ist, dass sie bei diesem Projekt vor ihrer Haustür vor vollendete Tatsachen gestellt, im Vorfeld nicht informiert wurden.

Die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Eisenach habe in dieser Sache keinen Ermessensspielraum, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung aus dem Rathaus. Es handele sich um ein sogenanntes privilegiertes Vorhaben. Die Stadtverwaltung erwähnt, dass über die Errichtung des Funkmastes im Mai dieses Jahres in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr berichtet worden sei.

Gemäß Paragraf 69 der Thüringer Bauordnung müssen die Eigentümer benachbarter Grundstücke nur dann informiert werden, wenn zu erwarten ist, dass durch das Vorhaben öffentlich-rechtlich geschützte nachbarliche Belange berührt werden. Dies sei bei dem privilegierten Vorhaben "Funkmast" der Fall und nicht zu erwarten.

Rückbau, wenn Mast unnötig geworden ist

Die Genehmigung für den Bau wurde im Juli erteilt, mit der Auflage, dass alles wieder zurückgebaut werden muss, wenn der Mast nicht mehr genutzt wird, informiert die Stadtverwaltung.

Zu der Funkmastanlage sei bei der Bauverwaltung eine Reihe von Widersprüchen eingegangen. Sie würden fristgemäß bearbeitet, hieß es aus dem Rathaus weiterhin.

Anwohner des Rothenhofs stören sich nicht nur an der Dimension des Mastes – er passe einfach nicht in die Landschaft – sondern auch an der vermeintlichen Strahlenbelastung, die von ihm ausgehe. Bürger haben Messungen in die Wege geleitet, informierte eine Anwohnerin. "Es gibt zwei solcher Masten auf dem nahen Petersberg, eine Sendeanlage auf dem früheren Heizkraftwerk, einen Mast in Wutha-Farnroda, braucht es den Mast im Rothenhof denn überhaupt?", so die Frage.

Gesetzliche Grenzwerte sind das Maß der Dinge

Gegen einen Mobilfunk-Sendemast, der die gesetzlichen Grenzwerte einhält, können Anwohner nicht vorgehen. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden. Ein Kläger, der rund hundert Meter von einem solchen Mast entfernt wohnt, hatte in seiner Klage Bedenken wegen eines möglichen Gesundheitsrisikos vorgebracht – ohne Erfolg.

Das Gericht wies das Anliegen zurück: Man habe keinen Anlass davon auszugehen, dass die menschliche Gesundheit durch die geltenden Grenzwerte unzureichend geschützt sei, so die Begründung.

Von der Deutschen Telekom war am Mittwoch trotz intensiver Bemühungen keine Auskunft zu diesem Projekt zu bekommen, zu technischen Details oder Auswahl des Standortes. Allgemein argumentiert das Unternehmen beim Bau von Funksendeanlagen mit der Verbesserung des Mobilfunknetzes.

Derzeit zeigt die Karte der Telekom (T-mobile) nur einen Mobilfunksender in Eisenach, nämlich oberhalb des Ramsborns. Der Mast auf dem Rothenhof ist so neu, dass er in dieser Karte noch nicht verzeichnet ist. Kunden des Unternehmens freuen sich darüber, wenn die Netzabdeckung in Eisenach verbessert wird. Der Mast ist also des einen Leid, des anderen Freud.

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